Feiertagsausflug

Bommels Day out

Ich bin etwas aufgeregt. Nicht nur, weil es mein erster Blogeinrag ist, sondern weil ich gerade von meinem ersten Ausflug zurück gekommen bin. Und daß, obwohl ich zu den ältesten Mitbewohnern hier gehöre. Bisher habe ich mich immer relativ ruhig verhalten. Nur, als wir kürzlich im WDR einen Bericht über Siegen gesehen haben, hat mich die Lust gepackt, mich draußen etwas umzusehen. Am Feiertag haben mich Karinsche und Holly dann überraschend zu einem kleinen Ausflug mitgenommen. Sie wollten zu dem Aussichtsturm am Gilbergskopf, den wir alle zum ersten Mal im Fernsehen gesehen hatten und einen Blick auf die Stadt werfen. Vom Parkplatz aus war es nicht weit zum Turm. Es ging nur ein paar hundert Meter durch den Wald. Geschützt durch die Bäume, haben wir den Wind kaum wahrgenommen. Nur auf dem Turm selber hat es mich einmal von der Bank geweht. Naja, bin ich nicht gewohnt, auf der Couch ist es windstiller. :-)
Ansonsten war das Wetter sehr angenehm für einen Ausflug. Ich fand es schön, mal ein bißchen an der frischen Luft zu sein und mir die Umgebung anzuschauen.

Da ich nicht weiß, was ich noch dazu schreiben soll, kommentiere ich einfach die entstandenen Bär in Wald und Flur-Fotos.

Karinsche hat danach noch einen kleinen Rundgang über den Friedhof am Gilberg gemacht. Die Bilder davon findet ihr in dieser kleinen Galerie.

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Der doppelte König

The Kings of Rock ‘n’ Roll 

Bis Januar 2012 hatten wir mit Elvis Presley nicht viel am Hut. Doch vor anderthalb Jahren waren wir interessehalber im Nachbarland Hessen, um uns ein Konzert von Oliver Steinhoff, einem ausgezeichneten Elvis Darsteller, anzuschauen und zu hören. Wie viele Konzerte der vergangenen Jahre hatten wir auch dieses der Familie Popolski zu verdanken. Auf jeden Fall hat uns beiden das gebotene Konzert, genaugenommen waren es sogar zwei Konzerte, so gut gefallen, daß wir uns an einem sommerlichen Augustsamstag 2013 wieder auf dem Weg zur Trinkkuranlage in Bad Nauheim befanden.
Dieses Jahr hatte Oliver den Briten Pete Storm eingeladen, derseines Zeichens ebenfalls ein Elvis Imitator ist. Wieder gab es zwei Konzertblöcke, in dem jeder der Herren eine Elvis Show darbot.

Oliver eröffnete die musikalische Reise in vergangene Jahrzehnte mit der 68’er Show und dem Lied “Baby what you want me to do”. Passend zum 68’er Konzert von Elvis betrat er in einem schwarzen Lederoutfit die Bühne. Begleitet wurden beide Elvisse an dem Abend von Olivers Band, zu der auch Ludwig Götz gehört. Keinen Musiker haben wir in unserer Konzertkarriere öfter gesehen als ihn, aber das ist eine andere Geschichte. Zurück nach Bad Nauheim.
Die Stimmung in der mehr als ausverkauften Trinkkuranlage war von Anfang an gut. Viele der anwesenden Damen kamen stilecht im Petticoat. Zwei Damen hatten sogar die Anreise aus Kanada nicht gescheut um an dem Abend dabei zu sein. Und einige Zuschauer haben die Glanzzeiten von Elvis noch selber erlebt. Im Gegensatz zu uns, denn in unser Leben ist er erst vor 18 Monaten getreten. Darum sind wir wirklich überrascht, wie lebendig der King dieser Tage noch ist und wieviele Fans es gibt. Aber so ist es mit jedem “Hobby”. Wenn man nichts damit zu tun hat, unterschätzt man leicht die begeisterte Menge, die dahinter steht.
Er sang in diesem Block u.a. noch “Kentucky Rain” und “Blue Suede Shows” und in den Ansagen zwischen den Liedern kam der Oliver nicht mehr so stark raus, wie noch im vergangenen Jahr. Was dem Konzert gut getan hat. So wurde die Illusion nicht ständig unterbrochen. Er sprach Deutsch und bedankte sich bei allen, vorallem bei Elvis und war sichtlich begeistert, wieviele Menschen an dem Tag gekommen waren. Die Nachfrage war so groß und weil sie niemanden wegschicken wollten, mußten einige Besucher mit einem Stehplatz in dem ansonsten bestuhlten Saal vorlieb nehmen. Oliver beendete sein erstes Konzert dann mit “If I can dream” und wies auf Pete Storm hin, bevor er unter anhaltendem Beifall die Bühne verließ.

Wir waren auf den englischen Elvis gespannt, der sein “That’s the Way it is”-Konzert mit “That’s allright Mama” und “Walk a mile in my shoes” begann. Und nicht nur wir, denn einige Fans rollten ein großes “Welcome to Germany”- Banner aus. Pete trug einen weißen Overall und hatte den Saal vom ersten Moment an in seiner Hand. Auch wenn er Bad Nauheim nach Bayern verlegte. Was ihm bei seiner sympathischen Art und der guten Darbietung keiner der Anwesenden übel nahm. Ob Bayern oder Hessen, für uns ist eh beides Ausland. ;-) Die Ähnlichkeit mit Elvis Presley ist verblüffend und seine Art, sich zu bewegen wirkt natürlich und ungekünstelt. Zudem schien er sich sehr zu freuen, sich einem deutschen Publikum zu präsentieren. Mit Hits wie “You’ve lost that lovin’ feeling” und “In the Ghetto” hatte er eine ganze Reihe bekannter und beliebter Songs im Gepäck.
Ich hatte wochenlang einen Ohrwurm von “Suspicious Minds”, als ich es das erste mal von Elvek Popolski live gehört habe und mit diesem Lied beendet Pete seine TTWII-Show. Wie schon Oliver zuvor, wurde auch er mit tosendem Applaus von der Bühne verabschiedet.

Danach wurde der Saal geräumt. Oliver und Pete standen für Autogramme und Fotos zur Verfügung. Wir nahmen das zweite Angebot nicht wahr und stellten uns lieber wieder für die folgenden Shows an. Es war wirklich interessant, die vielen unterschiedlichen Menschen aus allen Altersschichten zu beobachten. Besonders den verbissenen Erbsenzähler, der jeden, der an ihm in der Schlange vorbeiging, an das Ende der Wartenden verwies. Selbst eine Frau mit Krücken. Man kann nur hoffen, daß die ausländischen Besucher ihn nicht als Bild des typischen Deutschen mit in die Heimat nehmen. :-)

Die Sänger hatten die Positionen gewechselt und so begann Pete Storm den zweiten Konzertteil mit seinem “Elvis on Tour”-Programm. Mit Liedern wie “Johnny B. Goode” nahm der Abend wieder schnell Fahrt auf. Pete trug einen blauen Overall und am Anfang eine Gitarre. Viele Frauen ließen es sich nicht nehmen und gingen mit einem Blumenkranz zur Bühne. Pete ließ sich alle um den Hals hängen und bedankte sich mit einem Bussi bei den erfreuten Damen. Mit “Are you lonesome tonight” und “Bridge over troubled water” zeigte er seine gefühlvolle Seite und wußte auch damit zu überzeugen. Kein Wunder, daß Oliver ihn als Verstärkung geholt hat, denn Pete Storm eroberte das Publikum an dem Tag zum zweiten Mal, wie der Name schon nahelegt, im Sturm.
Wie schon sein erstes Set, beendete “Suspicious Minds” auch die On Tour-Show. Das Set schien etwas kürzer zu sein, aber auch Oliver’s “Aloha from Hawaii”-Show im Anschluß kam uns nicht so lang vor.

Zu den Klängen von “Also sprach Zaratusthra” kam Oliver im weißen, mit bunten Steinen verziertem, Overall auf die Bühne und startete mit “Burning Love”. Eigentlich kommt das Highlight zum Schluß, nur irgendwie kam der letzte musikalische Teil des Tages für mich nicht in Fahrt. Oliver schien die langsamen und langweiligeren Stücke abbekommen zu haben. Es kann natürlich sein, dass eingefleischte Fans die Setlist toll fanden, da sie Songs zu hören bekamen, die man nicht oft live hört, aber wir als Gelegenheits-Elvis-Hörer konnten mit vielen Liedern nichts anfangen.
Dazu machte er seine Ansagen jetzt mal auf Deutsch, mal auf Englisch und manchmal mischte er beide Sprachen. Noch dazu entschuldigte er sich nach fast jedem Lied, es ginge ihm nicht so gut, er sei so nervös und man solle deshalb nachsichtig sein und ihn heute nicht beurteilen. Das war schon ziemlich penetrant und (zer)störte die lässige Elvis-Performance in meinen Augen. Komischerweise war davon in der ersten Show nie die Rede und man merkte nichts. Zumindest ich nicht. Aber die anderen Zuschauer schien das “Gejammere” nicht zu stören. Inzwischen hielt es kaum noch jemanden auf den Sitzen nicht nur, um sich einen obligatorischen Schal abzuholen, den er von der Bühne aus verteilte.
Zum letzten Lied gesellte sich Pete Storm, der vorher Olivers Show in zivil durch die Tür verfolgte, in seinem blauen Overall auf die Bühne. Gemeinsam sangen sie “Can’t help falling in Love” und beschlossen damit die musikalische Zeitreise.

Alles in allem wieder ein starker Konzerttag, der leider mit der schwächsten Darbietung beendet wurde. Aber dafür wußten die anderen drei Shows zu überzeugen. Besonders gefiel uns Pete Storm. Obwohl wir wegen Oliver vor Ort waren, müssen wir gestehen, daß uns der Engländer besser gefallen hat. Er sieht Elvis nicht nur ähnlicher, auch sein Gesang wirkte natürlicher. Im direkten Vergleich merkt man schon, daß Oliver stellenweise ins verkrampfte Knödeln verfällt. (Entschuldige Oli!) Vielleicht war auch einfach die Songsauswahl etwas unglücklich. Wir schließen einen erneuten Besuch eines Konzertes nicht aus. Dafür sind die Musiker einfach zu gut. Kaum zu glauben, wieviele Lieder die Band erst kurz vorher zum ersten Mal geprobt hat. Außerdem will ich endlich mal “Viva Las Vegas” und “A little less conversation” live hören.
Vor der Rückfahrt verweilten wir noch und plauderten etwas. Dabei wurden wir unverständlicherweise mit zwei Fans der Schürzenjäger verwechselt. An dem Punkt war für uns Schluß!

Aber genug der Worte, hier die Fotos zum Abend:
Oliver Steinhoff

Pete Storm

Und hier die Darbietung eines entbehrlichen, schwedischen Elvis Doubles, die ich spitze finde. Hoffe, die Showeinlagen gibt es auch das nächste Mal in Bad Nauheim zu sehen. :-) Es geht los bei 1:17

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https://youtu.be/mHtatY7bOUY
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Sexy Motherfunkers

Spiel, Funk und Sieg

Am Samstag war es wieder soweit, den Funky Freaks stand ein Heimspiel in Duisburg bevor. Obwohl wir schon im Januar ein Spiel verfolgt haben, nahmen wir für die vielen netten Menschen vor und auf der Bühne die Fahrt in den Ruhrpott in Kauf. Wie es sich gehört versammelte sich der Fanblock geschlossen vor der Bühne. Mit Ausnahme der zwei älteren Mitglieder, die an einem Tisch in der Südkurve Platz nahmen. Leider war das Grammatikoff-Stadion nicht so gut besucht, wie der Fanblock. Nur zirka 60 Menschen hatten sich in den Austragungsort verirrt, darunter einige Spielerfrauen, Verwandte und Bekannte.

Pünktlich eröffnete ein kleiner Film, in dem kurz die Entstehungsgeschichte der Funky Freaks präsentiert wurde, das Spiel. Der Legende nach wurde ein von Gott gesandter Blitz von einem Flugzeug, das gerade Prince an Bord hatte, abgelenkt und schlug in den Mannschaftsbus einer Altherrenmannschaft ein und verwandelte sie in die Funky Freaks. Vorbei mit Lethargie und schlechtem Spiel: Von da an ging’s funky weiter. Und groovy!
An der Mannschaftsaufstellung hatte sich, abgesehen von den Namen, seit Jahresbeginn nichts geändert. Kapitän Andi Latte führte seine Mitspieler auf die Bühne und eröffnete die erste Halbzeit. Die Songauswahl ist gleich geblieben. Passend zum gewählten Thema dreht sich musikalisch alles um den Ball, die Pille, die Kirsche und was sonst noch mit dem Spiel zu tun hat. Zwischendurch gibt es Trainingseinheiten für den 12. Mann, sprich das Publikum. Die La Ola Welle klappte auch mit wenig Leuten sehr eindrucksvoll.

Natürlich wird einem Spieler nach einiger Zeit auf dem Platz warm, so zog sich das Team in einer gemeinsamen Choreographie und sehr zur Freude der anwesenden Damen die langen Hosen aus um in kurzen Shorts weiterzuspielen. Dafür schien es der Flitzer wieder nicht rechtzeitig ins Stadion geschafft zu haben.
Die Leinwand wurde für kleine Einspieler und eine Liveübertragung zum Trainer genutzt. Der Fußballgott, der immer wieder ein Zitat eines Fußballers einwarf ist verschwunden und grätscht so nicht immer in den Ablauf. Dadurch ist die Show wesentlich flüssiger. Nach 45 Minuten war dann “Halbzeit” und diese wurde vom gleichnamigen Titel eingeläutet. Hierbei zeigte Staubi seine Qualitäten an der Stratoca …äh… Gitarre, ein Foul kann er sich jedoch auch in der neuen Show nicht verkneifen.

Die zweite Halbzeit verläuft ebenso flüssig und groovy. Für Schlagzeuger Spike Schmitz jedoch nicht immer flüssig genug, so daß er seinem Frust lautstark Luft macht und seine Mannschaftskollegen schonmal mit dem Blutdruckmeßgerät kommen müssen um Schlimmeres zu verhindern.  Bei der musikalischen Widmung an den Schiri, dargeboten von Rudi Schlot, Onkel Lou und Eitermann, ist die Stimmung auf dem Siedepunkt und Mannschaft und Publikum verschmelzen in einer amtlichen Polonäse zu einer Symbiose. Nachdem weitere 45 Minuten vergingen, machte Andi Latte Gottlob seinem Namen keine Ehre, sondern versenkte das runde Leder (oder vielmehr die aufgeblasene Version davon) im Tor. Der Jubel auf und vor der Bühne war grenzenlos.  In der Verlängerung wurde lediglich “ein Lied”gespielt. Dabei wurde der zwölfte Mann ein letztes Mal miteinbezogen und durfte die Mannschaft stimmlich unterstützen. Unter tosendem Beifall der Anwesenden verneigte sich die Mannschaft und verließ geschafft aber glücklich das Spielfeld. Benebelt vom Sieg vergaß sie dabei den Gewinnerkuchen mitzunehmen.

Obwohl Fußball und Funk nicht unsere Themen und die Freaks auch kein Ersatz für die scheidende polnische Musikerfamilie sind, hat das Spiel am Samstag richtig Spaß gemacht. Man merkte ihnen das intensive Training an. Es wurde nicht nur am Zusammenspiel gearbeitet, sondern am gesamten Aufbau der Darbietung. Alles wirkte an diesem Abend stimmiger als im Januar.
Das Team hatte sichtlich Spaß auf der Bühne und das ist die Hauptsache, denn dann überträgt sich das auf die Fans. Wie an diesem Abend, denn der zwölfte Mann vor der Bühne machte Stimmung. Das 1:0 am Samstag war mehr als verdient. Hier haben sich schon ein paar starke Spieler zusammengetan und wir sind sicher, daß diese Mannschaft in der kommenden Spielzeit das Feld von hinten aufrollen wird. Auch wenn wir uns keine Dauerkarte kaufen werden, wird das nicht unser letztes Spiel gewesen sein. In der Saison 2014 sind wir wieder mit dabei.

Zusammenfassung

Link zu den Tagessiegern: Funky Freaks

Der Gewinnerkuchen:

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Winnetou im Sauerland, woll!

Der Abschied des Halbbluts

Jedes Jahr im Sommer steht unser traditioneller Besuch bei den Karl May Spielen in Elspe auf dem Programm. Dargeboten wird in dieser Saison “Der Ölprinz”.  Seit 2009 sind wir regelmäßig dabei und feiern 2013 somit ein 5jähriges Mini-Jubiläum.

Wieder mit Freunden im Gepäck machten wir uns an einem sonnigen Samstagnachmittag auf und über die Grenze ins Sauerland. Abendvorstellungen sind grundsätzlich immer ein besonderes Erlebnis, gerade weil die Feuereffekte noch etwas spektakulärer rüberkommen. Die Verkehrssituation bei “Schichtwechsel” (= Besucher der Nachmittagsvorstellung, die vom Parkplatz wegfahren vs. Besucher der Abendvorstellung, die wiederum parken möchten), ist allerdings weniger schön und stellt die Helfer der freiwilligen Feuerwehr, die den Verkehr regeln, vor eine Herausforderung. Auch das Gefährt, das uns alle transportierte, hatte darauf keine Lust und muckte auf dem Parkplatzhügel, doch wir erreichten sicher den Hof.

Das Rahmenprogramm bestand wie in den vergangenen Jahren aus verschiedenen Shows. In der Showhalle gab es wie im letzten Jahr eine Stuntshow, “Fight and fire”, die von Markus Lürick humorvoll moderiert wird, und schon einige Knalleffekte und brennende Menschen beinhaltet. Man hat aus dem vergangenen Jahr wohl gelernt und das Auswählen der Freiwilligen aus dem Publikum etwas zügiger gestaltet. Auch werden sie harmonischer in die Show miteingebunden. Im Anschluß daran ging es direkt weiter mit der Pferdeshow “Teaching Horses”. Hier wird den Zuschauern vermittelt, wie die heimlichen Hauptdarsteller auf vier Hufen auf die Show vorbereitet werden. Laute, unvorbereitete Geräusche können Pferde erschrecken, daher ist es wichtig, sie gut zu trainieren, damit sie nicht ins Publikum rennen, wenn auf der Bühne das Schießen losgeht. Wie perfekt man mit den Tieren umgehen kann, beweist Miloslav Simandl aus der tschechischen Republik. Ohne Hilfsmittel, nur mit einer Gerte, die er zum Führen einsetzt, hat man das Gefühl, er könnte alles mit den Tieren machen.
Die Musicalshow schenkten wir uns allerdings auch in diesem Jahr und gingen stattdessen lieber in Ruhe etwas im Saloon essen, bevor der Einlaß begann.

Hauptattraktion ist natürlich die Karl May Aufführung auf der großen Naturbühne. Immer wieder beeindruckend, durch die enge Gasse den Zuschauerraum zu betreten.


Nachdem dann die dritte Fanfare verklungen ist, weiß jeder: Jetzt geht’s los.  Die Handlung spielt im verschlafenen Dorf St. David. Dieses ist weitgehend verlassen, bis auf einen jungen Mann namens Paddy, der mit den Navajo-Indianern friedlich Handel treibt, aber gelegentlich auch von Banditen heimgesucht wird. Eines Tages kommt eine Gruppe Weißer in die Gegend, angeführt von Grinley, der “Der Ölprinz” genannt wird. Listig verkauft er an seine Geschäftspartner Ölquellen, die es gar nicht gibt. Grinley wird natürlich wieder von Rolf Schauerte richtig schön fies verkörpert. Zu seiner “Gang” gehört ein bekanntes Gesicht, das noch im letzten Jahr die Langhaarperücke an den Nagel gehängt hat. Benjamin Armbruster wechselte in diesem Jahr die Seiten und kämpft nun mit genauso viel Elan auf der Seite der Bösen.

Nach 10 Minuten betreten (oder vielmehr “bereiten”) die Navajo- Indianer die Szene. Angeführt werden sie von Meinolf Pape alias Mokaschi. Und seien wir ehrlich: Er ist diese Saison die Hauptperson. Im Grunde spielt Meinolf Pape jedes Jahr den gleichen Charakter mit wechselnden Namen. Eines ist er jedoch immer: Der temperamentvolle Häuptling, der keinen Kampf scheut und Winnetou in Frage stellt. Aber zurück zur Handlung: Der erste Kampf zwischen Indianern und Weißen folgt schnell und die Stuntmen, aber auch die Herren Armbruster und Pape mischen sich gegenseitig ordentlich auf. Geschlichtet wird der Kampf von Sam Hawkens (Marco Schiedt), der in diesem Jahr sehr erheiternd sächselt.

Winnetou wird dieses Jahr dann also auf sächsisch anmoderiert “Do kömmt Winnedou, der Häuptling deo Apötschn”, und kommt von rechts reingeritten. Ich persönlich finde ja, dass Winnetou grundsätzlich seinen ersten Auftritt auf dem höchsten Berg der Bühne haben sollte, wo er heroisch mit seinem Ross erscheint, untermalt von der Winnetou-Musik. So wurde es die meiste Zeit auch gehandhabt. Naja. Nächstes Mal wieder. Jedenfalls gerät auch der Apachenhäuptling, gespielt von Jean-Marc Birkholz, in den Kampf mit den Weißen, unterstützt von seinem Blutsbruder Old Shatterhand (Oliver Bludau) und es gelingt ihnen, sie vorerst in die Flucht zu schlagen.

Ein Planwagen-Treck kommt auf die Bühne. Angeführt wird dieser von Rosalie Ebersbach, einer resoluten Siedlerin. Wer könnte einen solchen Charakter besser verkörpern als Katy Karrenbauer? Jedenfalls spielt sie sehr gut und hat mich mehr überzeugt als Radost Bokel im letzten Jahr. Außerdem fährt im Treck der verschrobene Kantor Hampel (Markus Lürick), der neben Sam Hawkens für die Lacher auf der Bühne sorgt. Stets singend und komponierend will er eine Oper über den Wilden Westen kreieren und läßt dabei auch schonmal die gefangenen Banditen frei, die Old Shatterhand zuvor überwältigt hatte.
Winnetou und Mokaschi sind sich uneins, wie die Indianer gegen die Weißen nun weiter vorgehen sollen. Die Entscheidung soll ein …Trommelwirbel…GOTTESURTEIL bringen. Und das heißt: Kämpfen! Meinolf liegt wieder waagerecht in der Luft und kickt Winnetou über den Rindenmulch. Allerdings muß er seine Niederlage akzeptieren und sich Winnetous Willen, erst einmal in Verhandlungen zu treten, beugen.

Der gerissene Grinley gibt sich gegenüber Mokaschi als Freund aus und schreckt nicht davor zurück, auf seine eigenen Leute zu schießen, um glaubwürdig zu wirken. Er schließt ein Abkommen mit Mokaschi: Wenn die Indianer den Zug stoppen, bekommt er die transportierten Ölfässer, die Indianer die Waffen.  Auch eine Indianerfamilie wird Opfer des Ölprinzen, der jedoch ein Schmuckstück des getöteten Indianers unbemerkt dem Kantor unterjubelt. Die Navajos glauben an die Schuld der Weißen und nehmen die Siedler des Trecks gefangen, um sie an den Marterpfahl zu stellen. Auch Old Shatterhand wird gefangen, der in einem … ihr ahnt es – GOTTESURTEIL gegen Mokaschi für das Leben der Siedler kämpft. Mokaschi muß sich erneut seinem Gegner beugen und saust sogar von der Bühne.  Schließlich wird Grinley von Winnetou als Drahtzieher entlarvt und ersterer flieht auf den Berg zum Ölbohrturm, wo er sich, in die Enge getrieben, selbst in die Luft sprengt. Die Explosion ist gigantisch und selbst einige Meter entfernt weht einem heiße Luft ins Gesicht.

Zusätzlich zur Abendvorstellung besuchten wir dieses Jahr auch eine am Nachmittag. Nicht bloß irgendeine, sondern die letzte der Saison 2013 und die allerletzte Aufführung mit Meinolf Pape. Der Ablauf war natülich genau gleich, nur erschien beim Schlußapplaus Jochen Bludau. um eine kleine Rede zu halten. Er würdigte die Stuntmen und das gesamte Team, das Hauptaugenmerk lag aber beim sichtlich gerührten Meinolf Pape, der von den über 4000 Zuschauern stehende Ovationen bekam und mit den Tränen kämpfte. Ein letztes Mal preschte er mit seinem Pferd Spirit von einem Bühnenausgang zum nächsten und ließ sich verdient bejubeln. Eine weitere Ära geht zu Ende in Elspe und wer auch immer in Zukunft den temperamentvollen Indianer spielt: Er wird sich immer an Meinolf Pape messen lassen müssen.

Mehr Rothäute und Weiße

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Get the Polka started for the last time

Konzert- und Tourabschluß 2013

Zum letzten Mal für dieses Jahr wollte der Familie noch einmal die Polka starten lassen, bevor es nächstes Jahr mit “Polka’s coming home” weitergeht. Austragungsort war hierfür das Amphitheater in Hanau, erfreulicherweise an einem Sonntag. Wir entschieden uns, wieder früh loszufahren und unterwegs noch Jasna aufzulesen.
Der Tag schien unter keinem guten Stern zu stehen. Nachdem sich unsere Abfahrt bereits um eine halbe Stunde verzögerte, gerieten wir vor Herborn in einen Stau/stockenden, zähflüssigen Verkehr/Mist halt, und die Anspannung nahm dann doch etwas zu, zumal der Einlaß bereits um 18 Uhr begann. In Hanau angekommen, stand schon eine sehr lange Schlange vor den Toren und wir sahen die erste Reihe schon schwinden. Der gewitzten Jasna sei Dank erwies sich dies jedoch als unbegründet und wir erhaschten einen super Platz ganz vorne. Ausatmen!

Das Intro setzte zeitig ein und der Familie betrat die Bühne. Pavels brauner Anzug ist wohl für immer dahin, denn er erschien heute im legendären grünen Anzug, den wir entsprechend feierten. Dieser Anzug ist so unfaßbar hässlich dass es eine Freude ist. :-) In seiner ersten Ansage erwähnte das Familienoberhaupt, dass es sich um den letzten Auftritt für dieses Jahr handeln würde: “Ist der dann auch bald schon wieder Weihnachten kann man sagen”. Wie wahr, habe ich doch im Laden schon die ersten Spekulatius gesichtet. Aber zurück zur Show. Die Stimmung im prallgefüllten Amphitheater war von Beginn an phänomenal. Als Danusz am Anfang von “Hello again” in die Runde fragte, ob alle dobrze und bereit seien, blies ihn das entgegenkommende “JAA” aus dem Zuschauerraum fast von den Socken.
Apropos Socken: Diese ließen die dobrze Horns auch blicken, als sie sich synchron die Hosenbeine hochkrempelten und ihre Waden verglichen. In vergangenen Blogs haben wir schon oft auf die beiden hingewiesen, aber was sie heute im Hintergrund trieben, toppt alles Vorangegangene.
Es wurde Zeit im Programm für der cheisseste von der cheisseste und da kam sie auch schon: Bogdan!

Moment.

Bogdan? Wird er nicht sonst immer im zweiten Teil des Programms im Heizungskeller gefunden? Heute jedenfalls nicht, denn wie uns zwei kleine Vögelchen (eins hatte gelockte Haare und das andere eine Lederjacke an) vor der Show geflüstert haben, war Dorota von einem Transportmittel verhindert worden. Ob es jetzt Stau oder der falsche Zug war, da waren sich die Vögelchen uneins. Jedenfalls mußte sich das Publikum schon früh im Programm erheben, denn der Schlenderschritt wurde zu “Do what you want” getanzt.
Beim Trompetensolo in “Ein bißchen Spaß muß sein” stimmte nicht jeder Ton, wie das Publikum freudig feststellte. Marek und Danusz bemerkten dies auch und mußten sehr grinsen, aber brachten das Lied doch noch gut ins Ziel. “Das Lied der Schlümpfe”, die Tanznummer der Horns und “I’m outta love” beendeten den ersten Teil dann ohne besondere Vorkommnisse.

Im zweiten Teil kam sie dann endlich: Dorota wollte mit jemandem tanzen. Die ersten zwei Zeilen von “Dance with somebody” waren allerdings nicht zu hören. Der Tontechniker schaltete jedoch schnell und ihre kräftige Stimme erschallte im Amphitheater. Gewohnt charmant lächelte sie das Publikum an und suchte sich einen Freiwilligen aus, der ihr “Aktienpaket” entgegenhauchen sollte.
“Wer bist denn du?” – “Isch bin de Mischael” – und spätestens jetzt wußten wir: Ja, wir sind im Hessen! Dorota spielte mit und wies dann die anderen Männer an, sie sollten es nun so tun “wie de Mischael”. :-) Bei den Horns kniete im Hintergrund übrigens Stenjek vor Henjek.
Nach dem Zloty-Medley verabschiedete sich Miss Zabrze vorerst. Die Horns schnipsten bei ihrem Abgang mit, Stenjek hinter Henjek kniend. Letzterer streckte dann schwungvoll seinen verlängerten Rücken nach hinten, was zu großer Erheiterung auf ihrem Podest führte.

Unterdessen bereitete das Techniker-Duo Oleg und Boleg in gewohnt atemberaubender Geschwindigkeit die Bühne für das Kinderlieder-Medley von Danusz und Mirek vor. Diesmal funktionierte “der Gerät” für den Loop auch. Nur Henjeks Posaunendämpfer spielte nicht mit und purzelte während “Hey Baby” auf die Bretter.
Direkt danach moderierte Pavel die Cousinechka wieder an und teilte mit, sie habe sich in einen noch schärferen Fummel geworfen. Und hinaus kam sie – im gleichen Pailettenkleid! Schmunzelnd gab das Familienoberhaupt zu, doch keine große Veränderung zu sehen, allerdings sei doch bestimmt der Beinausschnitt höher! Dorota präsentierte “Tausendmal belogen”, welches sie Karl-Theodor hinterher widmete. Allerdings wurde heute auf die Geschichte mit den Red Hot Chili Peppers verzichtet, ebenso auf “Gute Freunde”. Ist auch nachvollziehbar, schließlich sollte Bogdan auch noch im zweiten Programmteil auftreten und sein Lied über den Baumarkt spielen dürfen.


Janusz und der Wolf wurde selbstredend ebenfalls gespielt. Nach der Wiederbelebung der dicken Ente freute sich diese so darüber, dass beide Teile von ihr synchron in großen Schritten über die Bühne auf ihren Platz hopsten, woraufhin sich der Teil mit dem gelben Jackett aufs Neue komplett vor Lachen wegschmiss.
Die Polka-Prüfung von Janusz blieb an diesem Abend die einzige Zugabe. Kein “We will rocka you”. Dennoch wieder ein absolut gelungenes Konzert, in der alle ihre Flexibilität und Professionalität zeigten. Wir sehen uns in einem halben Jahr zu “Polka’s coming home”!

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