Das dynamische Duo des Pop

Paul Heaton & Jacqui Abbott – Wisdom, Laughter and Lines

Eigentlich sollte hier ein neuer Konzertbericht stehen, aber leider haben die Musiker das Konzert am vergangenen Wochenende kurzfristig abgesagt. Da unsere letzten beiden Berichte sehr buchstabenlastig waren, fassen wir uns heute kurz und posten nur einen Musik-Tipp um Euch die Zeit bis zum nächsten Artikel zu verkürzen und zu versüßen.

Nachdem ich schon vor anderthalb Jahren auf die [von mir] lang herbeigesehnte Wiedervereinigung der zwei begnadeten Musiker Paul Heaton und Jacqui Abbott hingewiesen habe, möchte ich auch auf das grandiose neue Werk aufmerksam machen. Letzten Monat erschien mit “Wisdom, Laughter and Lines” bereits das zweite Album der beiden Briten, welches dem ersten in nichts nachsteht. Intelligente Popmusik mit Herz, Hirn und Humor. [Ich möchte Euch an dieser Stelle “Wives 1, 2 & 3” ans Ohr legen. ;-) ]

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Time(Lash) and the Murmel

Doctor Who Convention in Kassel – Tag 2

And now the conclusion.

Eine Zeitumstellung später standen wir schon wieder vor der Halle. Überraschenderweise war der Andrang nicht so hoch wie am Vortag. Am Anfang standen neben uns nur Con-Helfer auf dem kalten Kasseler Bahnhof. Im Laufe der Zeit kamen nur wenige Fans zu uns vor die Tür und warteten darauf, gestempelt und eingelassen zu werden. Vor dem Stempel habe ich mich gedrückt, aber ich bekomme die Farbe nur sehr schwer wieder aus dem Fell. Bis zum pünktlichen Einlass wurde die Traube zwar größer, aber kein Vergleich zum Samstag. Wir hatten mit einem größeren Ansturm gerechnet.

Natürlich waren wir nicht böse drum und nahmen unsere Plätze vom Vortag in der ersten Reihe wieder ein. Nicholas Briggs, der schon am ersten Tag Teil des großen Big Finish Casts auf der Bühne war, eröffnete den zweiten Veranstaltungstag alleine. Er schreibt nicht nur Hörspiele für Big Finish und führt bei anderen Regie, er ist auch die Stimme der Daleks, Cybermen und vieler anderer Monster der aktuellen Serie. Wie viele, die in irgendeiner Form an der aktuellen Serie oder Nebenprodukten mitwirken, ist auch Nicholas Briggs ein riesiger Fan der klassischen Serie. Aus diesem Grund würde seine Frau ihn immer daran erinnern, daß er einen Job hat, der ihm Spaß macht, wenn er wieder einmal jammern würde. Laut ihm, ist jammern allerdings typisch britisch. Trotz der frühen Morgenstunden erzählte er sehr lebhaft und schlagfertig von seinen Erlebnissen im Doctor Who-Kosmos.

Mittags saß er schon wieder auf der Bühne, als es um das Schreiben für den Doctor ging. Unterstützt wurde er dabei von Terrance Dicks, Andrew Cartmel und Nev Fountain. Die vier Autoren erzählten von ihren unterschiedlichen Vorgehensweisen an Bücher / Scripte ranzugehen, was für sie funktioniert und was nicht. Diskutierten über die Person des Doctors, die Verwendung des Sonic Screwdrivers und vieles mehr. Dabei gaben sie Tipps, auf was man achten, auf wenn man hören sollte, wenn man an einem Projekt sitzt und wann am besten Ideen für neue Geschichten kommen. Einig waren sie sich, daß man nicht Doctor Who-Autor werden könne, sondern nur Autor und manchmal hat man dann das Glück und darf dem Doctor und seinen Begleitern ein Abenteuer auf den zeitreisenden Leib schreiben.

Gegen Mittag saß kein Star im Rampenlicht, da waren die Fans der Con die Stars und enterten die Bühne. Viele Besucher sah man während des Wochenendes in verschiedenen selbstgemachten Kostümen durch die Räume schlendern. Die ganze Arbeit und Zeit, die in die Masken und Klamotten investiert wurden, sollte in der Stunde im Mittelpunkt stehen. Einige betraten die Bühne alleine, andere in kleinen Gruppen, oder Familienverbänden.

Denn ein Vater folgte als siebter Doctor seiner Tochter auf die Bühne, die sich als Ace zurecht gemacht hatte. Manche präsentieren lediglich ihr Kostüm, andere hatten eine kleine Nummer parat oder rezitierten Zeilen einer Szene.
Natürlich war der Doctor, egal ob 7, 8, 9, 10 oder 11, ein oftgesehener Gast, aber generell wurden Charaktere, Figuren und Monster aus allen Epochen dargestellt. Aus den neuen Folgen ließ sich Madame Vastra genauso begutachten, wie ein Weeping Angel oder z.B. Idris, die nur in einer Folge auftauchte. Idris’ Darbietung hat mir sehr gut gefallen, aber ich war kein Teil der Jury. Die bestand aus drei Damen, die verschiedene Preise für die ähnlichste Erscheinung, das schönste Kostüm, die beste Gruppe etc. vergab.
Bisher bin ich noch nie mit Cosplayern in Berührung gekommen und fand es interessant zu sehen, wie viel Mühe sich die Leute geben, um in die Haut ihrer Lieblingsfigur zu schlüpfen. Ich komme allerdings aus einer karnevalsresistenten Region und hatte bisher nicht das Bedürfnis, mich zu verkleiden. Allerdings gibt es nur wenig Murmeltiere in der TARDIS. :- )

Danach konnte ich den Auftritt von Nicola Bryant, Terry Molloy und Monty nachholen, welchen ich am Vortag wegen meinem Foto mit Paul McGann ausfallen lassen mußte. Nicola war in den Achtzigern kurz der Companion des fünften und dann des sechsten Doctors und spricht die Rolle der Peri noch heute regelmäßig für die Big Finish Hörspiele. Allerdings hat man gerade an Nicola gesehen, daß die Serie zu der Zeit kein großes Budget hatte, denn an ihrem Kostüm wurde immer gespart. In ihren Folgen hatte sie nie viel an.
Terry Molloy war im geichen Jahrzehnt im TV und heute noch in den Hörspielen Davros, der Erschaffer der Daleks. Der Schauspieler war das Gegenteil seiner Rolle. Er war sehr sympathisch und hat nicht geschrien. Daher fiel es mir nicht schwer, seinen Geschichten zuzuhören. Der dritte Teilnehmer war Monty, ein fünfundachtzigjähriger Teddybär, der Terry Molloy auf seinen Reisen begleitet. Auf der Bühne hat er nichts erzählt, aber später hatte ich die Gelegenheit mich mit ihm auszutauschen und mich mit ihm und seinem Herrchen fotografieren zu lassen. Ich bin also mit einem Foto mit dem Doctor und seinem Erzfeind Davros zurückgefahren.
Die beiden Schauspieler haben amüsante Anekdoten aus ihrem Berufsleben erzählt, das nicht nur aus Doctor Who besteht, aber natürlich für die Anwesenden ein wichtiger Punkt war. So drehten sich die meisten Fragen aus dem Publikum selbstverständlich um die verschiedenen Aspekte des Whoniverse und deren Charaktere.
Da Nicola Bryant etwas früher abreisen mußte, verabschiedete sie sich sichtlich gut gelaunt von den deutschen Fans mit zwei kurzen, abgelesenen Sätzen auf Deutsch. Die Zuschauer quittierten die Rede mit lautem Applaus.

Wie versprochen kommt jetzt der Teil mit Paul McGann, denn keine Doctor Who-Convention ohne einen Doctor. Wenn man Paul sieht, fällt es schwer zu glauben, daß er bereits älter ist als William Hartnell damals war, als er zum ersten Mal die TARDIS auf britische Fernsehschirme steuerte. Selbst vom amtierenden Doctor, Peter Capaldi trennt ihn nur ein Lebensjahr, wirkt durch seine jugendliche Erscheinung aber jünger als die aktuelle Inkarnation. Paul McGann war nicht nur bei den Fotoshootings oder beim Signieren aller möglicher Memorabilien der Fans sehr freundlich, sondern machte ebenfalls auf der Bühne einen entspannten und sehr netten Eindruck. Er schien sich in der freundlichen Con-Atmosphäre sichtlich wohl zu fühlen. Trotz einer sich anbahnenden Erkältung ließ er sich nicht davon abhalten, an beiden Tagen nette Schwätzchen mit den Moderatoren und den Fans zu führen. Einzig ein gewünschtes Lied fiel der angeschlagenen Stimme zum Opfer, aber das war verzichtbar. Dafür erzählte er von seiner Zeit in der TARDIS. Zwar spielte er nur in einer Pilotfolge 1996 den Doctor, aber durch seine Beteiligung an den Big Finish Hörspielen, hat auch ihn die Rolle seit damals nicht losgelassen. Spätestens durch die Hörspiele hat er sich zu einem Liebling der Fans gemausert und ist quasi zum Bindeglied zwischen klassischer und aktueller Serie geworden. So hat er zum Jubiläum vor zwei Jahren in einer geheimgehaltenen Miniepisode den Weg zurück auf die Bildschirme gefunden.
Einmal ein Doctor, wird man den Titel nicht mehr los. Mit einer Ausnahme vielleicht, aber keiner der anderen Schauspieler scheint damit ein Problem zu haben. Selbstverständlich ging es nicht nur um seine Abenteuer durch Raum und Zeit, sondern es drehte sich um viele Aspekte seines beruflichen Werdegangs. Er schilderte wie er seinen Weg zur Schauspielerei gefunden hat und wie er und sein Bruder sich bei Castings gegenseitig geholfen haben, weil sie sich so ähnlich sehen. Alle vier McGann-Brüder sind Schauspieler geworden, aber während gemeinsamen Drehs zusammen zu leben geht dann trotzdem nicht gut. Er erzählte von seinen Erfahrungen mit bekannten Regisseuren wie David Fincher und Steven Spielberg, gab aber schmunzelnd zu, daß er nur etwas angeben wolle. Was ihm zu keinem Zeitpunkt jemand abkaufte, dafür wirkte Paul McGann einfach zu bodenständig.
Als es zum Ende der Panels kam beschwerte er sich lautstark, sie hätten doch gerade erst angefangen und man nahm ihm ab, daß er gerne noch weiter in der gemütlichen Runde plaudern wolle. Selbst die jungen Fans der neuen Serie hat er bestimmt auf seine charmante Weise um den Finger gewickelt und Interesse an den Hörspielen geweckt. Ich kann nur sagen, es lohnt sich, denn Paul McGann hat wirklich eine tolle Stimme, von der man sich gut in fremde Welten entführen lassen kann.

Das letzte Panel des Tages bestritten vier deutsche Fans, die über das Fandom in Deutschland referierten. Scheinbar war es nicht nur für mich, sondern für viele Gäste nicht so interessant. Es war einer der wenigen Vorträge, die nicht gut besucht waren. Ein Großteil der Stühle blieb leer. Nach Paul McGann auf die Bühne zu kommen ist sowieso schwer, befürchte ich. Vielleicht mußten einfach schon viele die Heimreise antreten. Wir sind noch geblieben und haben die letzte Runde durch die Räumlichkeiten und an den Verkaufsständen vorbei gedreht, schließlich wollte ich noch eine Plüsch-TARDIS für die Couch haben.
Verteilt über die ganzen Veranstaltungsräume konnte man lebensgroße Pappaufsteller der letzten Doctoren entdecken. Fast in jedem Raum stand eine TARDIS in verschiedenen Größen und natürlich Daleks. Zwei sehr ikonische und mit Sicherheit die bekanntesten Doctor Who-Gegenstände, die bereits Einzug in die Popkultur gefunden haben. Masken,  zurechtgemachte Mannequins und ein kleiner TARDIS-Kontrollraum mit vier Doctoren waren im Kulturbahnhof verteilt. Alles davon mußte ich natürlich in Augenschein nehmen, wie man auf den Fotos sehen kann.

Zum Abschluss versammalten sich ein letztes Mal alle Beteiligten auf der Bühne. Sichtlich erfreut und erleichtert, daß alles an dem Wochenende geklappt und hat. Wie erwähnt mußten ein paar Gäste aufgrund anderer Verpflichtungen etwas früher abreisen. Die Dagebliebenen bedankten sich, merklich begeistert von dieser kleinen Convention, bei allen anwesenden Zuschauern. Die familiäre Atmosphäre machte bestimmt gleichermaßen für viele Con-gewohnte Gäste dieses Wochenende zu einem besonderen Erlebnis. Paul McGann versprach, nächstes Jahr Freunde mitzubringen. Die Fans standen alle auf und bedankten sich mit einem anhaltenden Applaus für die Mühe, die Veranstalter und Stars auf sich genommen hatten um die TimeLash zu verwirklichen und den Fans den Doctor und sein Universum ein Stück näher zu bringen.

Damit ging ein großes Wochenende für ein kleines Murmeltier zuende. Es war schön zu sehen, daß so viele Menschen den Weg nach Kassel gefunden hatten. Vor zehn Jahren kannten hier nur Eingeweihte den Doctor, inzwischen ist die Fangemeinde gewachsen.
Ich glaube, ich spreche nicht nur für alle Murmeltiere wenn ich sage, daß ich froh bin, an diesen historischen Tagen dabei gewesen zu sein.
Wir fahren nächstes Jahr auf jeden Fall wieder hin. Das Zimmer ist bereits gebucht, schließlich hätte ich jetzt gerne noch ein paar Fotos mit den anderen Doctoren für mein Fotoalbum.

The Image(s) of Kassel

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The Day(s) of the Murmel

Doctor Who Convention in Kassel – Teil 1

Wie ihr wisst, bin ich ein großer Doctor Who-Fan, denn ich habe hier im Blog schon einige Berichte geschrieben und Bilder meiner beiden Besuche von Ausstellungen in England [2007 /2008] gepostet. Zwar waren die beiden letzten Kinovorstellungen des Doctors im Kino vor Ort immer gut besucht, aber in meiner unmittelbaren Umgebung gibt es, außer meinen Mitbewohnern, keine Menschen, die die Serie kennen oder mögen. [Wenn man sie kennt, kann man sie nur mögen, finde ich.] Aber in Deutschland gibt es inzwischen genug Fans, um eine Convention auf die Beine zu stellen, wie sich an den beiden Tagen in Kassel herausgestellt hat. Und da durfte ich natürlich nicht fehlen.

Am Samstag fanden wir uns schon früh vor dem Kulturbahnhof in Kassel ein und die Menschenmasse wurde schnell größer. Obwohl sich die Eröffnung etwas verzögerte, hatte es keinen Einfluß auf das geplante Programm. Alle Punkte konnten pünktlich beginnen und den Anfang machte natürlich die Eröffnung der Convention. Der Saal war gut gefüllt, als die Veranstalter, Simone, Pascal und Ralf, sich vorstellen, die Besucher begrüßten, einen kurzen Überblick gaben und natürlich zum ersten Mal an dem Wochenende die Stars auf die Bühne holten. Alle richteten ein paar freundliche Worte ans Publikum. Paul McGann erwähnte, seine Söhne würden ihm nicht glauben, daß er sich auf einer Convention in Deutschland befindet. Terrance Dicks erzählte, sein Sohn hätte ihn vor dem Abflug beruhigt, weil in Deutschland alles gut durchorganisiert sei. Und der Sohn hatte recht, denn alles schien an dem Wochenende wie am Schnürchen zu laufen. Falls es Probleme gegeben hat, haben wir als Besucher nichts davon mitbekommen.

Die Moderationen der Panels teilten sich an beiden Tagen Chris und Ralf. Beide waren, meistens zumindest, gut vorbereitet und meisterten die Aufgabe locker und scheinbar lässig. Dabei wechselten sie gekonnt zwischen eigenen Fragen und welchen aus dem Publikum.

 

Die Ehre, das erste Panel des Tages zu halten, ging an Nicola Bryant, Terry Molloy und Monty.  Aber für mich stand ein besonders aufregender Programmpunkt auf der Tagesordnung und so habe ich erst das zweite Panel der Beiden am Sonntag gesehen.
2008 durfte ich David Tennant schon auf einer Theaterbühne zuschauen, aber am Samstag sollte ich das erste Mal in meinem Murmeltierleben einen waschechten Doctor treffen. Ich hibbelte vor dem Fotoshoot etwas in meinem Rucksack rum, aber das war vollkommen unbegründet. Paul McGann lachte mich direkt an und hatte sichtlich Spaß, sich mit mir ablichten zu lassen. Ich muß gestehen, daß ich in dem aufregenden Moment nichts herausgebracht habe.

Danach ging es zurück in den großen Saal, der eigentlich das ganze Wochenende über voll besetzt war. Kein Wunder, denn bisher war es nicht möglich, der Welt von Doctor Who so nah zu kommen, zumindest nicht so nah vor der eigenen Haustür. Und die Chance wollte sich niemand entgehen lassen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum alle vor Ort so freundlich waren und großen Spaß hatten. Man war halt nicht mehr allein. Gut, ich als Murmeltier schon, aber schließlich war ich durch Monty nicht alleine an der Plüschtierfront.

Im Panelraum erzählten die beiden Autoren Terrance Dicks und Andrew Cartmel von ihrer Zeit als Chefautor der Serie. Terrance Dicks ist so etwas wie die graue Eminenz der klassischen Serie und damit meine ich nicht seine Fellfarbe, sondern sein Alter. Mit seinen 80 Jahren gehört er zur alten Garde der Who-Macher. Einige junge Fans der neuen Serie schienen am Anfang nicht soviel mit ihm anfangen zu können, aber ich mag seine Geschichten und Interviews im Bonusmaterial der klassischen DVDs. Aus diesem Grund habe mich sehr darüber gefreut, daß er da war und live einiges erzählen und Fragen beantworten konnte. Er war Anfang der Siebziger für die Serie und später für viele Romanabenteuer des Doctors verantwortlich. Andrew Cartmel hatte den Posten in den letzten Jahren der klassischen Serie, 1987-1989, inne. Lustigerweise ist Holly damals durch diese Staffeln zum ersten Mal mit der Welt des Doctors in Berührung gekommen, ohne zu wissen, daß ihn die Serie fünfzehn Jahre später erst richtig in den Bann ziehen sollte. Beide Autoren berichteten aus verschiedenen Epochen des Doctors, ihren Erlebnissen hinter der Kamera und ihren Umgang mit der Kontinuität der langlebigen Serie. Auch hier könnte ich jetzt erwähnen, wie freundlich sie waren, geduldig alle Fragen beantworteten und das Event genossen, aber die Aussage schien auf alle Stars an dem Wochenende zuzutreffen. Auf der TimeLash wurde ein weiteres Kapitel der Who-Geschichte geschrieben, und alle schienen sich dessen bewußt.

Danach gab es einen kleinen Vortrag eines deutschen Fans über die Jahre zwischen den Fernsehserien. Die Abenteuer hörten nämlich nach der Absetzung der Serie 1989 nicht auf. Der Doctor ist, aktuell mehr denn je, ein fester Bestandteil der (britischen) Kultur. Die Abenteuer verlagerten sich von der Mattscheibe in andere Medien. Zuerst eroberte der Doctor Bücher und Comics, um sich dann später in vielen Hörspielen wiederzufinden. Das Besondere bei den Hörspielen von Big Finish ist nicht nur die Weiterführung der Geschichten, sondern daß die “echten” Doctoren und Companions von damals wieder in ihre bekannteste Rollen schlüpfen. Im Hörspiel sind die vergangenen Jahre egal und alle sehen vor dem geistigen Auge des Hörers aus, wie sie zuletzt in der Serie ausgeschaut haben. Zuerst sicherten Peter Davison, Colin Baker und Sylvester McCoy ihre Zusage zu, später ließ sich Paul McGann überzeugen, die Rolle aus dem Fernsehfilm wieder aufzunehmen. Sogar Tom Baker wirft sich seit drei Jahren wieder den langen Schal um. Demnächst knüpfen John Hurt und David Tennant die Verbindung zur aktuellen Serie. Auf diese Weise kann man viel Zeit in der TARDIS verbringen, auch wenn keine neuen Folgen im Fernsehen erscheinen. Die Hörspiele erscheinen monatlich und in den sechzehn Jahren sind es schon über 200 geworden. Die Folgen, die ohne Doctor im Whoniverse spielen, nicht eingerechnet. Es lohnt sich für jeden Fan, den Hörspielen eine Chance zu geben. Zwar muß ich gestehen, nicht alle gehört zu haben, aber mir fallen immer die Ohrstöpsel aus den meinen kleinen Öhrchen und zum Einschlafen taugen die Geschichten nichts, weil mich des Öfteren ein “EX-TER-MI-NATE! aufschrecken läßt.

Jetzt ist meine Einleitung zu dem Thema schon wieder viel zu lang geworden, also fasse ich mich beim Panel selber kurz. Es saßen sieben Stargäste, die alle mit Big Finish zu tun habe, auf der Bühne. Die beiden Gründer Jason Heigh-Ellery, Nicholas Briggs, der Autor Nev Fountain, sowie die Schauspieler, Nicola Bryant, Terry Molloy, Toby Hadoke und selbstredend Paul McGann. Zusammen erzählten sie die Entstehungsgeschichte von Big Finish, wie aus dem kleinen Fanprojekt eine große Firma mit weit über 100 Veröffentlichungen im Jahr geworden ist und streuten ein paar amüsante Anekdoten ein. Das Panel war sehr lustig und Karinsche fand Nicholas Briggs so unterhaltsam, daß sie beschloß, sich auf keinen Fall sein Panel am nächsten Tag entgehen zu lassen. Ich hatte nichts dagegen.

Danach gaben sich zwei deutsche Herren die Ehre, die in Deutschland hinter den Kulissen für die Synchronisation zuständig waren. Michael Schwarzmeier war damals die Stimme des siebten Doctors und im “The Five Doctors-“Special übernahm er sogar alle Doctoren. Kai Taschner zeichnete sich für die Synchronisation der ersten beiden Staffeln der neuen Serie verwantwortlich. Viele Menschen schauen sich die Serie auf Deutsch an, hatten aber das ganze Wochenende keine Probleme mit dem meist englischsprachigen Panels. Fand ich faszinierend. Da ich mehr kann, als mir auf Englisch eine Nuss zu bestellen, schaue ich die Serie am liebsten im Original, aber nicht jeder hat die Möglichkeit und schließlich ist Synchronisation eine Kunst für sich. Und eine interessante, wie Michael Schwarzmeier und Kai Taschner in ihrer sehr unterhaltsamen Zeit auf der Bühne bewiesen. Wobei sich natürlich nicht alles nur um Doctor Who drehte, sondern viele Fragen zu den Simpsons gestellt wurden, weil beide dort Figuren sprechen. Ich muß gestehen, daß ich gerade sehr überrascht war zu lesen, wie alt Michael Schwarzmaier ist. Er ist bereits 75, aber ich hätte ihn mindestens zehn Jahre jünger geschätzt. Für Synchronsprecher sind solche Veranstaltungen wahrscheinlich wesentlich seltener, als für Schauspieler. Herr Schwarzmaier war sichtlich beeindruckt, wie viele Menschen sich für Doctor Who in Kassel versammelt hatten und er eingeladen wurde, schließlich liegt seine Arbeit an der Serie schon über zwanzig Jahre zurück.
Daß auf der TimeLash viele unterschiedliche Aspekte der Serie berücksichtig wurden und diese genauso vielfältig sind, wie die Abenteuer des Doctors selber, hat mir sehr gut gefallen. Den Organisatoren ist eine wirklich gute Mischung gelungen.

Es folgte ein Star aus der aktuellen Serie. Catrin Stewart spielt ein Drittel der Paternoster Gang, nämlich Jenny Flint. Zusammen mit ihrer silurianischen Ehefrau Madame Vastra und dem sontarianischen Diener Strax stand sie dem Doctor in einigen Folgen und auch am Anfang seiner zwölften Erscheinung zur Seite. Abgesehen von ein paar kleinen Minifolgen, war Catrin nur in fünf Episoden der Serie zu sehen, so daß sie, im Gegensatz zu Nicola Bryant, die seit über 30 Jahren im Whoniverse zuhause ist, nicht soviel zum Doctor sagen konnte. Noch dazu war sie vor ihrem Engagement gar kein Fan der Serie. Das Geständnis hat der sympathischen Waliserin aber keiner im Raum übel genommen. Dafür hat sie freundlich und gut gelaunt über andere Aspekte der Schauspielerei geplaudert und die Neugier der Zuschauer befriedigt. Am Sonntagmorgen fand der Moderator aufgrund einer kurzen Nacht nicht direkt den Einstieg ins Panel, so daß Catrin kurzerhand den Spieß umdrehte und Ralf fragte, wie er zu Doctor Who gekommen sei.
Ich fand es interessant zu erfahren, daß er, genau wie ich, erst durch die neuen Serie in Berührung mit dem Doctor gekommen ist und sich von da an rückwärts mit wachsender Begeisterung durch die vergangenen Abenteuer gearbeitet hat. Da es um einen Zeitreisenden geht, spielt die richtige Reihenfolge nicht wirklich eine große Rolle. ;-)
Catrin Stewart mußte am Sonntag früher abreisen, nahm sich aber nach ihrem Panel noch Zeit für Fotos mit den Fans und einigen Autogrammen, bevor sie zurück nach England flog.

Im Anschluß hielt Paul McGann sein erstes Panel, aber davon berichte ich euch im zweiten Teil und springe direkt zum letzten Gast des ersten Con-Tages.

Den Abschluß am Samstag machte Toby Hadoke. Ein englischer Schauspieler, Autor, Doctor Who-Fan und Comedian. In Kassel bot er eine Kostprobe von Letzterem. Speziell für den Abend mischte er seine beiden Doctor-Who-Programme “Moths ate my Doctor Who Scarf” und “My Stepson stole my Sonic Screwdriver” und entfernte einige zu britische Bezüge.
Das Programm war der gelungene Rausschmeisser des Tages. Toby ging die Stationen seines Lebens durch und wie für jeden Fan, war der Doctor ein treuer Begleiter. In den Situationen, in die ihn seine Liebe für die Show brachten, konnte sich scheinbar jeder im Saal versetzten. Denn jeder Fan ist mehr oder weniger seltsamen Blicken ausgesetzt, bei denen sich nicht nur Toby fragt, wo der Unterschied zwischen dem Schal eines Fußballfans und dem eines Doctor Who-Fans ist. Das eine scheint normal und akzeptiert, während das andere auf merkwürdige Verhaltensstörungen hinzuweisen scheint. Zum Glück ist mein Schal weder das eine, noch das andere, sondern einfach nur der einzige Murmeltierschal auf der Welt. [Danke, Hexe.] Daher werde ich eher selten merkwürdig beäugt und bin auch am Wochenende nicht aufgefallen.
Hätte Toby Hadokes Mutter gewußt, daß ihr Sohn mal einen Raum voller anderssprachiger Menschen aus dem Herzen spricht und zum herzhaften Lachen bringt, hätte sie ihm nicht prophezeit, es zu nichts zu bringen, wenn er nur Doctor Who im Kopf hat.

Damit fand der erste Convention Tag ein sehr heiteres Ende. Wir machten uns mit vielen Mitbringseln und guter Laune auf den Rückweg ins Hotel. Alleine der erste Tag war die Reise nach Kassel wert und es lag erst die Hälfte hinter uns. Da aber an beiden Tagen sehr viel passiert ist, teile ich den Bericht lieber auf, um euch nicht mit zuviel Text auf einmal zu langweilen. Nur durch die Begeisterung dieses tollen Wochenendes fällt es mir schwer, mich kurzzufassen. Deswegen schließe ich diesen Bericht, wie einige Folgen enden, und zwar mit:

To be continued.

Psychic Gallery

 

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Karamba Karacho – Ein Konzert

Der Regenbogen-Johnny rockt die Live Music Hall

Nachdem der Blog schon viele Berichte über Andreas Schleicher beinhaltet, Farin Urlaub dieses Jahr die Aufnahme geschafft hat und Doro schon wieder aus der Ferne winkt, wurde es endlich Zeit, die wohl bekannteste Blondine des Landes aufzunehmen. Fanden wir.
Naja, zumindest ich. Und so machte ich mich auf den Weg nach Köln. Nein, nicht zu Thomas Gottschalk, sondern Heino hatte zum fünfzigsten Jubiläum gerufen. Wie es sich gehört mit Lederjacke und Sonnenbrille. Volksmusik in Rock halt.

Hoch auf dem gelben Wagen fuhr ich also in die Rheinmetropole, nur um in der ersten Reihe neben jemanden mit großem KISS-Aufnäher zu stehen. Guter Musikgeschmack verbindet halt über Genregrenzen hinaus. :-) Das Publikum war gemischt. Neben den Menschen mit Metalkutten und -Shirts, gab es die normalen, neugierigen Zuhörer und natürlich ein paar Gruppen, die man auf Mallorca-Partys findet. Der Stimmung im Saal tat die Mischung keinen Abbruch, eher im Gegenteil, die war von Anfang an sehr gut.

Pünktlich um 19.00 Uhr wurde der Saal dunkel und die Bühne hell. Die elfköpfige Band ging hinter ihren Instrumenten und Mikrofonen in Stellung und ein Ansager kündigte in bester Boxmanier den bekannten Sänger an. Heino betrat nicht nur mit unverzichtbarer Sonnenbrille, sondern auch mit dem neu entdeckten Ledermantel die Bühne und legte direkt mit “Junge” los. Danach folgten “Was soll das” und “Augen auf”. Dazwischen begrüßte er das Publikum und meinte, Rocker würden sich duzen und sprach daher das Publikum mit Freunde an. Die Freunde, die den Interpreten schon mit den ersten Tönen abfeierten, hatten nichts dagegen und freuten sich nach den Coverversionen auf Heinos eigene Lieder.

“Schwarz blüht der Enzian” und “Wir lagen vor Madagaskar” paßten in der neuen musikalischen Umsetzung nahtlos zu Rammsteins “Sonne”. Der Auftritt mit der Band in Wacken vor zwei Jahren gehörte zu einem seiner Karrierehöhepunkte, wie er stolz verriet. Aber nicht nur die Leute im Zuschauerraum hatten Spaß, auch Heino und die Band schienen auf der Bühne nicht minder Freude an der ihnen entgegengebrachten Begeisterung zu haben. Oft sah man den Sänger lachen. Zwischen zwei Liedern unterbrach er kurz, um die auf die Bühne geworfene Damenunterwäsche an seine drei Sängerinnen zu verteilen. Hannelore sei herausgewachsen.

Danach ging die musikalische Reise durch sein Schaffen weiter. Die Zuschauer sangen mit, klatschten und bangten manchmal. Einzig bei zwei Instrumentalnummern, während denen Heino kurz die Bühne verließ, schien die Stimmung etwas nachzulassen. Heino nutzte die Zeit um sich umzuziehen. So tauschte er zuerst die Lederjacke gegen ein rotes Jackett und später gegen eine mit Lichtern übersäte Lederjacke. Sobald Heino wieder auf der Bühne war, waren die Menschen im Saal wieder lauter. Auch wenn die Stücke, die er mit dem bekannten Jackett sang, etwas ruhiger und wahrscheinlich Heino-typischer waren. Trotzdem sind Lieder wie “Karneval in Rio” jedem bekannt, ob man es zugegeben möchte oder nicht. [Lächeln mußte ich, als der tätowierte Security-Mann vor mir, der die Darbeitung scheinbar ab und an etwas albern fand, bei “Sierra Madre” mitsang. :-) ] Man ist einfach mit Heino und seinen Liedern aufgewachsen und kann sich dem nicht entziehen.

Als Heino das Lied “Alles nur geklaut” von den Prinzen am Ende spielte, sangen die Sängerinnen anstelle von “Hey-ho, hey-ho”, “Hei-no, Hei-no”.  Eine lustige Idee, wie generell die Idee, Coversionen und die eigenen Lieder im Rockgewand zu präsentieren.
Denn ich hätte nie gedacht, daß ich in meinem Leben mal auf ein Heino-Konzert fahre. Zwar habe ich großen Respekt vor einem Künstler, der so lange erfolgreich und mit Herzblut auftritt, aber mit seiner Musik konnte ich nicht soviel anfangen. Bis zu seinen letzten beiden Alben. Die Coverversionen fand ich sehr gelungen und die Rockscheibe ist zwar stellenweise mehr von Rammstein kopiert als inspiriert, aber mit E-Gitarre gehen auch die Volkslieder gut ins Ohr.
Belächelt hat ihn keiner im Publikum, dafür haben alle gelächelt. Auf dem Weg zum Auto habe ich viele Stimmen vernommen und alle teilten meine Meinung, daß das Konzert gut war. Was Heino mit seiner Band in der zweistündigen Show geboten hat, war schon die Reise und den Eintritt wert.
Kein Wunder, daß Heino auf der Bühne genauso viel gelächelt hat, denn es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn junge Menschen mit Wacken- und Metal-Shirts lauthals “Hoch auf dem gelben Wagen” mitsingen. Er hat ihnen bewiesen, daß wir doch im Grund unseres Herzens alle nur Volkslieder singen wollen. :-)

Alles nur geknippst

 

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Unterwegs in NRW

Tiere & Schlösser

Der Plueschblog hat die sonnigen Septembertage für zwei Ausflüge genutzt, um das Fotoangebot zu erweitern. Wer Lust auf einen Spaziergang durch einen Zoo hat oder mit uns durch einen Schloßgarten schlendern will, den heißen wir herzlich willkommen. Beides ist nur einen Klick entfernt. ;-)


Fell, Pfoten, Hufe, Flügel und mehr

Statuen und Springbrunnen

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