Ausgeflattert

The Dark Knight rises

Regie: Christopher Nolan
mit: Christian Bale, Michael Caine, Gary Oldman, Morgan Freeman, Tom Hardy,
Marion Cotillard, Joseph Gordon-Levitt, Matthew Modine
164 Min.

Nachdem der gemeinsame Kinobesuch am vergangenen Samstag der sommerlichen Hitze zum Opfer fiel, fuhr ich am Dienstag alleine nach Gotham City.
Unser Lieblingskino wollte auch nur 5,50 Euro für einen 164 Minuten langen Film und das ist bei den heutigen Kinopreise der großen Ketten echt ein Schnäppchen.
Das Geld investiere ich gerne in eine Batman-Verfilmung, deren Vorgänger mich nicht so begeistert haben. Ich weiß, Nolans Herangehensweise wird überall in den Himmel gelobt, aber ich werde einfach nicht warm damit. Natürlich sind die Filme gut gemacht, ich habe auch alle im Kino gesehen und im Regal stehen, aber mein Batman ist Michael Keaton. In Tim Burton’s Gotham habe ich mich wohler gefühlt. [Wir reden hier nur von den Teilen mit Burton auf dem Regiestuhl. ;-)]

Seit den Ereignissen des zweiten Teils sind acht Jahre vergangen. Bruce Wayne hat sich von der Öffentlichkeit zurückgezogen und auch Batman in der Höhle belassen. Commissioner Gordon und die Polizei haben Gotham inzwischen gut im Griff, bis Bane auf den Plan tritt. Bruce kramt sein Fledermaus-Kostüm wieder raus, ignoriert Alfreds Warnungen und bekommt prompt eines auf die Bat-Nase.
Danach muß er seinen Bat-Kampfgeist wiederfinden um sich aus dem Loch und im Anschluß Gotham City befreien. Denn Bane hat die Stadt von der Außenwelt getrennt und seinen Bürgern überlassen hat.
Dazwischen findet der im Krankenhaus liegende Gordon einen mitdenkenden und mutigen jungen Polizisten, und beide unterstützen den Kampf gegen Bane innerhalb der Statdmauern auf ihre Weise. Catwoman schleicht auch noch durch den Film und kämpft mal mit und mal gegen den schwarzen Ritter. Nolan baut die Legion der Schatten wieder ein und schließt so den Kreis zum ersten Teil.

Alles in allem ein Batman-Film, ohne viel Batman und leider auch ohne viel Alfred. Michael Caine ist einer meiner Lieblingsschauspieler, nimmt aber schnell Reißaus. Dafür hat Joseph Gordon-Levitt eine größere Rolle. Es freut mich, den kleinen Tommy Solomon verstärkt auf der großen Leinwand zu sehen. Ein Kinderschauspieler, der es gepackt zu haben scheint.
Bane hätte ich, abgesehen von der Oben-Ohne-Szene, auch spielen können. Hinter der Maske kann man den Schauspieler nicht erkennen und die Stimme wirkte verzerrt, als käme sie nicht von ihm.
Das Kostüm von Catwoman, die im gesamten Film nie so genannt wird, erinnerte mich stark an Black Widow. Ich muß gestehen, im direkten Vergleich gewinnt die Spinne über die Katze. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Ich sehe Scarlett Johansson einfach lieber, als die blasse Anne Hathaway. Was auch am geschmeidigeren Kampfstil liegen mag.
Leider nimmt sich der Film nicht die Zeit, einige Charaktere zu vertiefen. So wirkte der Drahtzieher am Ende etwas aus dem Hut gezaubert und die Übernahme Gothams durch die Bürger etwas halbherzig. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob bei Gewaltspitzen absichtlich geschnitten wurden, oder ob die FSK eingeschritten ist. In einigen Szenen wirkten die Übergänge jedenfalls etwas holprig.

Trotz aller Kritik fand ich den Film gut. Die Action und die Verfolgungsjagden sind handwerklich gut umgesetzt und ich bin befriedigter aus dem Film raus, als aus dem Vorgänger. Was vielleicht auch am fehlenden Hype lag, der den zweiten Teil umgeben hat. Dadurch werden Erwartungen manchmal so hochgeschraubt, daß sie nur zu Enttäuschungen führen. Diesmal hatte ich keine und habe recht zufrieden die Heimreise angetreten.

Das Verrückte an dem Film ist eigentlich, daß die letzte Minute selbst mir Lust auf eine Fortsetzung gemacht hat. Nur ist die Trilogie hiermit zuende.
Christian Bale hat das schwarze Cape abgelegt und es wartet jetzt auf seinen neuen Träger. Vielleicht begeistert mich die Herangehensweise des Nachfolgers wieder stärker, denn eigentlich mag ich Batman.
Also, Bat-Signal an!

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Der Augensammler

Das literarische Solo

Isse zu heiss für mis mit de dicke Fell vor der Tür’e.
Und da momentan Krimi freie Zeit, ohne de Tatort’e is, habe is mir ein Buch ges’nappt. Eigentlich hat es de Holly ges’enkt bekommen, hat aber zur Zeit seine Kopf in de„Wolkenatlas“, ete.
Das Karins’e meinte, is könne ja mal den „Augensammler’e“ von Sebastian Fitzek lesen, wäre sehr spannend’e.

Is mein erstes Buch, seit de Millennium Trilogie, die mir sehr gut gefallen hat. Auch weil sie in die Sweden’e spielt. Mus is sagen, dass mir der „Augensammler“ sehr gut gefällt. Is gut und verständlich geschrieben’e, leicht zu lesen für eine Elk’e. Und wirklis sehr spannend. Kann is der Roman nur empfehlen, ete. Mös’te is aber nis zuviel verraten, um die andere Leser nis zu spoiler’e.

Und weil es so heiss bleiben soll, werde is mir ein s’attiges Plätzchen suchen und de Nachfolge-Roman „De Augenjäger’e“ lesen. Soll genauso spannend sein, mein Karin’se. Weis is nis wie die immer so s’nell de Büchere lesen kann, ete.

Aber is finde auch langsam gefallen an de Lesen von de Gesis’ten. Stehen hier noch andere Bücher von de Fitzek und einige Romane von Simon Beckett. Die sollen auch spannend sein, ete. So kann is mir de Zeit zwis’e de Tatorte vertreiben’e und villeist s’reibe is dann auch was zu de nächste Gesis’ten, die is lese, ete.

 

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Ende Zone 30

Mein Lieblingsbild des Tages

Gar nicht weit von der heimischen Türschwelle entfernt habe ich heute dieses Bild erst bewußt wahr- und dann bewußt aufgenommen:

Finde ich grandios. Ab hier darf man wieder richtig Gas geben. :- )

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Schwing again

The Amazing Spider-Man

Regie: Marc Webb
mit: Andrew Garfield, Emma Stone, Sally Field, Rhys Ifans, Denis Leary, Martin Short,
Chris Zylka, Irrfan Khan, Campbell Scott, Embeth Davidtz, und Stan Lee
136 Min.

Wir haben uns gestern ins Kino getraut und uns mit Spider-Man wieder durch New Yorks Häuserschluchten geschwungen.
Vor zehn Jahren startete Sam Raimi’s “Spider-Man” in den deutschen Kinos und ich war Feuer und Flamme, weil ich mein halbes Leben auf diesen Film gewartet hatte, schließlich ist “Die Spinne” ;-) DER Held meiner Kindheit.
Der Film ist super, einige Szenen und Charaktere machen den Eindruck, aus Heften ausgeschnitten worden zu sein. Ich glaube, ich habe den Film fünf oder sechsmal auf der großen Leinwand gesehen, einmal sogar mit anschließender Psychoanalyse.
Auch wenn der dritte Teil seine Schwächen hat, hätten wir lieber einen vierten Teil gesehen, anstelle des Neustarts. Aus diesem Grund gingen wir sehr skeptisch und wesentlich gelassener in “The Amazing Spider-Man”, als noch vor zehn Jahren.

Marc Webb [welch passender Name für einen Spider-Man Regisseur ;-)] erzählt mit Andrew Garfield und Emma Stone in den Hauptrollen wieder neu, wie aus dem schüchternen Schüler Peter Parker, der Held im rot-blauen Kostüm wurde.
Natürlich sind der Spinnenbiss und der Tod Onkel Bens die Fixpunkte in der Entstehung.

Als Gegner trifft Peter auf Dr. Curt Connors, bzw. Spidey auf den Lizard. Dr. Connors wird von Rhys Ifans gespielt, an dem ich in den letzten Jahren großen Gefallen gefunden habe. Nicht zuletzt durch “Anonymous”, den ich vor kurzem sah.
Ifans ist als Connors wesentlich beeindruckender, als später als computeranimierte Echse, aber die Kämpfe zwischen den beiden Figuren sind rasant und actionreich umgesetzt.

Trotz der Action kommen die Charaktere nicht zu kurz und haben genug Zeit, sich gegenseitig kennenzulernen. Einzig ein Gespräch zwischen Tante May und Peter nach Onkel Bens Tod hat mir gefehlt.
Spider-Man ist in diesem Film sehr nachtaktiv. Bei Tageslicht sieht man ihn kaum durch die Gegend schwingen. Ob hier vielleicht der Erfolg des dunklen Ritters eine Rolle gespielt hat?

Natürlich durfte auch ein kleiner Gastauftritt von Stan Lee nicht fehlen. Ich verrate jetzt nicht an welcher Stelle er auftritt, aber wie meistens wenn er im Bild ist, ist es sehr amüsant.

Was mir nicht wirklich gefallen will ist das neuen Kostüm. Das ist mir zu dunkel, ansonsten ist “The Amazing Spider-Man” vielleicht nicht amazing, aber wirklich gut gemachte Unterhaltung. Der Film ist wesentlich besser als zuvor befürchtet und auch die Schauspieler sind gut getroffen. Mit Ausnahme von Sally Field, die überhaupt nicht wie Tante May aus den Comics meiner Jugend aussieht.

Vielleicht schafft Sony es diesmal Peters Abenteuer in mehr als drei Filmen zu erzählen. Material genug ist in den Marvel-Archiven vorhanden und wir mögen eine gewisse Kontinuität.

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Gottesurteile im Sauerland

Nicht aus Pape

Am vergangenen Samstag war es wieder soweit, unser inzwischen tradioneller Elspe-Besuch stand an. Also haben wir wieder unseren Freund Harald eingesammelt und sind Richtung Sauerland aufgebrochen. Dieses Jahr hielt der Besuch zwei Besonderheiten parat. Unsere hessischen Freunde schlossen sich an, uns in den Wilden Westen zu begleiten. Teils um Kindheitserinnerungen aufzufrischen, teils um sich das überhaupt mal anzuschauen. Und dieses Jahr steht Jochen Bludau, der Old Shatterhand meiner Jugend, wieder auf der Bühne um den scheidenden Winnetou Benjamin Armbruster zu ehren.

Aber dazu später mehr, denn vor “Winnetou I” haben wir uns das Rahmenprogramm angesehen. Die Stuntshow ist von dem kleinen Open-Air-Areal in die Festivalhalle umgezogen und dafür fand draußen ein Rodeo statt. Die Entscheidung erwies sich als zweischneidiges Schwert.
Die Stuntshow fing mit einem brennenden Mann an und das war eigentlich schon der Höhepunkt der kleinen “Fight & Fire”-Show. Ein bißchen ermüdend fand ich das Herausfiltern von fünf Freiwilligen aus dem Publikum. Zwar nett, wenn gerade Vati oder die Ehefrau auf die Bühne genötigt werden, aber die Zeit hätte man auch mit einem Stunt mehr füllen können.
Als alter Fan von handgemachten Stunts und Action sehe ich Stuntshows aber immer gerne und möchte diese in Elspe auch nicht missen.
Danach ging es zum anderen Ende des Geländes zum Rodeo. Dort ritten zwei Familien gegeneinander und das Publikum wurde in Fangruppen der beiden Teams eingeteilt. Je nach Ausgang es Durchgangs mußten die Zuschauer entsprechend klatschen, bzw. buhen. Vielleicht bin ich aus dem Zielpublikum herausgewachsen und Kinder finden das super.
Mir persönlich hat es besser gefallen und ich fand es auch spektakulärer, als die Pferde noch Teil der Stuntshow waren und nicht nur um große Dosen geritten sind.
Wegen unseren Freunden wollten wir mit der Eisenbahn über die Bühne fahren, aber wir hatten es uns im Saloon bequem gemacht und die Abfahrzeit vergessen.

Pünktlich sind wir dann zur Hauptbühne rüber. Ich finde es immer wieder beeindruckend, wenn man durch den schmalen, engen Zugang zur Tribüne geht und die Natürbühne immer mehr Platz im Blickfeld beansprucht. Mit der dreizehnten Reihe in Block E saßen wir genau mittig und hatten einen fabelhaften Blick.
Wie schon erwähnt, beendet Benjamin Armbruster dieses Jahr seine über zwanzigjährige Zeit als Winnetou in Elspe. Ihm zu Ehren zog Jochen Bludau, der schon viele Spielzeiten neben Pierre Brice hergeritten ist, seine Westernkluft nochmals an. Zusammen spielten sie im Prolog die Hauptrollen und blickten dann auf ihr erstes Zusammentreffen zurück.
An dieser Stelle übergeben sie den Staffelstab, bzw. Staffelspeer an zwei jüngere Schauspieler und “Winnetou I” beginnt. Die Rolle des Old Shatterhand bleibt dabei in der Familie, denn der Geschäftsführer von Elspe, Oliver Bludau, schlüpft fortan in die Westernkluft und damit in die Fußstapfen seines Vaters. Seinen Blutsbruder spielt Jean-Marc Birkholz.

Die Wirtschaftskrise scheint auch im Wilden Westen angekommen zu sein, denn den Indianern ist die Munition ausgegangen und dadurch roch es an dem Abend nicht so stark wie üblich nach Schwarzpulver. Fällt vielleicht auch nur so stark auf, weil die Indianer letztes Jahr noch einen großen Angriff auf Fort Grant geritten sind und dabei auf beiden Seiten nicht mit Schüssen gegeizt wurde. Radost Bokel, die dieses Jahr ihr Debut in Elspe gibt und Ntscho-Tschi spielt, hatte nur eine kleine Rolle.

Das Einzige, was mir bei der Inszenierung nicht gefallen hat war die Tatsache, daß der Prolog nicht mehr aufgegriffen wurde. Da wird eine Geschichte angefangen und mit einem Cliffhanger beendet. Während des Stückes habe ich mich schon gefragt, wie die Situation aufgelöst wird und wie zwei Showdowns hintereinander passen, aber darauf wurde einfach nicht mehr eingegangen und die beiden Blutsbrüder in der brenzligen Situation belassen. Die Lösung empfand ich als unbefriedigend. Dann hätten die beiden Alten am Anfang auch am Lagerfeuer sitzen und ihre Geschichte erzählen können.
Trotz allem kommt man in Elspe natürlich immer auf seine Kosten, wenn man Live-Action und Pyro-Effekte mag. Die Urgesteine Rolf Schauerte und Meinolf Pape standen wieder in ihren Paraderollen auf der Bühne um die junge Generation einzuarbeiten.

Am Ende kamen dann auch noch mal Jochen Bludau und Benjamin Armbruster aus der Saloontür um sich vom Publikum zu verabschieden. Ich muß ehrlich sagen, daß uns der Abschied nicht sehr bewegt, denn es gibt viele Winnetous, aber nur einen Meinolf Pape. Mit wie viel Energie und Temperament er jedes Jahr aufs neue den Indianer gibt, begeistert uns immer wieder. Seine Präsenz erfüllt die gesamte Bühne. In einem Alter, in dem es andere ruhig angehen lassen und sich langsam auf die Rente vorbereiten, liefert er sich erbitterte Kämpfe, wirbelt durch die Luft und reitet wie der Teufel. Es ist einfach atemberaubend wenn er bei der Verabschiedung freihändig auf seinem Pferd über die gesamte Bühne prescht. Besonders im Vergleich zu Radost Bokel, die es im leichten Trap fast aus dem Sattel gehauen hätte. Man merkt, daß der Mann sein Leben in Elspe auf dem Rücken eines Pferdes verbracht hat, denn Mensch und Tier verschmelzen hier und begeistern zurecht seit Jahrzehnten des Publikum. Wir hoffen, daß Meinolf Pape noch viele Gottesurteile in Elspe erleben wird.

Für nächstes Jahr hat schon der Ölprinz seinen Besuch angekündigt und dann holen wir die Eisenbahnfahrt nach.

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