Live Ticker: Funky Freaks

Neun Freunde und ein Mirko Mikro

Ein neuer Spieltag stand am 25.05 im Stadion zu Wipperfürth für die Funky Freaks auf dem Spielplan. Vor dem Anpfiff die Fußballfee auf dem Feld. Hinter ihrem Libero Andi Latte liefen die Spieler auf das erhöhte Grün und schnappten sich ihre Instrumente. Ein Blick auf die Mannschaft verriet; sie war vollzählig angetreten um dem Gegner und den Zuschauern zu zeigen, wozu sie fähig ist.

Die Fankurve war dagegen an diesem Abend eher spärlich besetzt.  Aber wenn man die Augen schloß hätte man sich des Eindrucks nicht erwehren können, man stände nicht in einer lichten Halle, sondern in der Wipperkurve mit 10.000 klatschenden und mitsingenden Menschen. Scheinbar hat diese grandiose Stimmung in der Fankurve sich auf das Team übertragen und spornte selbst übernächtigte und am Anfang unmotivierte Spieler auf dem Platz zu Höchstleistungen an. Trotz der herausragenden Leistung in der ersten Hälfte ging die Mannschaft 0:0 in die Pause.

Nach der Halbzeitpause meldeten sich die Spieler mit einer Polonäse durch die Halle zurück und rissen auch noch den letzten Verweigerer vom Stehtisch, während Onkel Lou, Rudi und Eitermann ihr Lied an den Schiedsrichter vortrugen.  Die dargebotenen Lieder waren (uns) schon bekannt, bis auf ein neues Stück im zweiten Teil. So konnten sie sich auch an diesem Abend wieder der Unterstützung Oliver Kahns sicher sein, der sich zuschaltete und seine Einkaufsliste durchgab. Er brauchte Eier. Dieser Antrieb des ehemaligen Torhüters verlieh der Mannschaft neue Energie und sorgte für eine Torchance in der Hansestadt.

In den letzten Sekunden bekam Andi Latte die Kirsche vor die Füße und verwandelte den Ball, gezielt am Mikro vorbei, ins Netz. Der entscheidende Treffer für das Team, womit sie wieder einmal bewiesen, daß sie sich nicht so leicht dazwischen funken lassen. Der tosenden Jubel aus der Drahtzieherei über den verdienten Sieg konnte noch außerhalb der Stadtgrenze vernommen werden.
Die Mannschaft zeigte sich, trotz des Fouls am eigenen Mann an einer Stelle, in sehr gut eingespielter Form. Sowohl für die Typen auf dem Rasen, als auch für die extra angereisten Zuschauer galt das Fazit des Abends: So sehen Sieger aus.

Funky Pics

Veröffentlicht unter Konzert, Musik | Verschlagwortet mit , , | 4 Kommentare

Der schöne Süden ist zurück

Paul Heaton & Jacqui Abbott – What have we become

Während sich hier ein paar Konzertberichte in der Wartelange befinden, weil die Fotos bearbeitet und die Worte gefunden werden müssen, möchten wir euch die Zeit mit einem kleinen Clip vertreiben.

“D.I.Y.” ist die erste Single aus dem neuen Album von Paul Heaton & Jacqui Abbott. Paul hat während seiner Karriere nicht nur Popsongs, sondern -geschichte geschrieben. Selbst wenn euch der Name nichts sagt, kennt ihr mit Sicherheit das eine oder andere Lied von ihm. Für seine neue Scheibe hat er sich seine alte Gesangspartnerin aus “The Beautiful South” Zeiten zurückgeholt. Sie hatte schon auf seinem Konzept-Album und bei den Live-Aufführungen von “The 8th” den Gesang eines seiner Lieder übernommen und sich damit erfolgreich auf der Bühne zurückgemeldet, die sie zwölf Jahre lang gemieden hatte. Von uns war diese Rückkehr sehnsüchtigst erwartet worden. Die Duette zwischen Paul und Jacqui sind immer toll, den die beiden haben sich bereits zweimal gefunden, weil sie musikalisch einfach zusammengehören. Aber bei der ersten Auskopplung überläßt er ihrer zauberhaften Stimme den Gesang alleine; Ladys first. Ein englischer Gentleman halt.
Seht, hört und genießt selber: Der Clip wurden aus Datenschutzgründen entfernt. Einfach mal bei einschlägigen Videoportalen suchen.

Wer jetzt Lust auf mehr bekommen hat, sollte bei paulheaton.co.uk vorbeischauen.

Während die Beiden schon britische Bühnen unsicher machen, bleibt den deutschen Fans nur hoffen und bangen, daß es die beiden auch über den Kanal in hiesige Clubs schaffen.
Bis dahin kann man die Kooperation der Beiden genießen.  Was aus ihnen geworden ist? Was sie schon immer waren: das Herz und die Seele guter Popmusik.

Veröffentlicht unter Musik | Verschlagwortet mit , , | 4 Kommentare

Rhein in Flammen

Blond and strong

Ausgeruht ging es für uns am Samstag nach einem gemütlichen Frühstück direkt weiter. Durch einen Park schlenderten wir an den Rhein, an dem die CCD Halle lag. An dessen Ufer haben wir uns bei schönstem Sonnenschein etwas ausgeruht, um für den zweiten Abend fit zu sein. Aufgrund einiger Schwierigkeiten beim Einlass reichte es, trotz der langen Wartezeit vor der Halle, nicht für die erste Reihe. Aber auch aus der zweiten konnte das kleine Karinsche tolle Fotos schießen, wie ihr in der Galerie sehen könnt.

Das Saallicht wurde gedimmt, auf den beiden Leinwänden lief ein Introvideo und dazu drang „It still hurts“ aus den Boxen. Die melancholische Ballade, die Doro zusammen mit Lemmy singt, war ein merkwürdiger Einstieg, sollte der zweite Abend doch eine Rock ‚n’ Metal Show werden. Aber als die Vorhänge fielen und Doro samt Band mit „I rule the ruins“ loslegte und mit „Earthshaker Rock“ nachlegte, wurden alle Zweifel von der agilen Blondine und ihrer Band weggefegt. Die Menge feierte vom ersten Ton an und Doro strahlte wieder, wie immer, wenn sie vor ihrer “Familie” spielt. Für Doro sind die Fans ein Familienersatz und wer die sympathische Blondine schon einmal getroffen hat, weiß, dass das keine hohlen Lippenbekenntnisse sind. Viele der Gastmusiker haben an beiden Abenden ebenfalls bestätigt. Die kleine Sängerin und die große Menge sind durch ein unsichtbares Band verbunden. Sonst wären die Leute nicht aus allen Herren Ländern angereist um mit ihr das Bühnenjubiläum zu feiern. Die Stimmung bei Doro-Konzerten ist immer eine ganz besondere, wie man an beiden Abenden sehen und spüren konnte. Von Ermüdungserscheinungen war auf beiden Seiten des Grabens nichts zu merken.

Natürlich weiß Doro, was sie ihren Fans schuldig ist. Die Bühne bestand, wie schon am Vorabend, aus drei Ebenen, die aussahen, als wären es große Boxen. Johnny Dee’s Schlagzeug war in die Mitte gerückt und stand auf einem Drumriser. Konfetti und Feuersäulen durften bei so einer Show nicht fehlen. Bei „Burning the Witches“ tauchten auf der obersten Ebene zwei Hexen auf, die sich vor kleinen Feuern wandten, während unten die Band spielte und die Fans lauthals mitsangen. Die Band steht Doro in nichts nach, weder was Sympathie noch Energie betrifft. Alle lächelten glücklich, hatten Spaß, liefen und hüpften über die Bühne. Kein Wunder, stehen manche Mitglieder doch schon über 20 Jahre im Dienst der kleinen Düsseldorferin. Doro selber wirkte am zweiten Abend auf der Bühne wesentlich sicherer. Ihre Lieder „rocken“ kann sie. Sie macht das ganze Jahr nichts anderes. Höchstwahrscheinlich war es die ungewohnte Situation mit Orchester, die sie am Vortag etwas nervöser wirken ließ.

Die Stargäste durften natürlich nicht fehlen. Den Anfang machte Sabina Claasen von Holy Moses. Sie sang zusammen mit der Jubilarin “East meets West”. Danach sagte Frau Pesch wieder Tomi und den Gitarristen von Lordi an. Allerdings stapfte nur das Chefmonster alleine auf die Bühne um „Bad Blood“ zu singen. Im Gegensatz zum Vortag ließ die Stimmung bei Lordi nicht nach, wahrscheinlich, weil es sich um einen Song aus Doros Repertoir handelte. Wir hatten erst die Vermutung, dass Amen eingeschnappt war, weil Doro seinen Namen immer noch nicht kannte. Im Nachhinein haben wir aber erfahren, dass sich die Mumie ein Menschenkostüm übergeschmissen hatte, um dem Konzert unerkannt aus der Menge beizuwohnen. Nicht dumm, so eine Mumie.

Chris Caffery unterstützte die Band bei dem Dio’s „Egpyt“ und Warlock’s „Für immer“ an der Gitarre, bevor Biff Byford sich neben Doro stellte. Dabei ragte er mit normalen Schuhwerk so hoch neben ihr auf, wie Mr. Lordi auf seinen hohen Sohlen. Zusammen sangen sie Judas Priest’s „You’ve got another thing comin’“ und Saxon’s „Denim and Leather”. Die Stimmung in der Halle blieb konstant kurz vor dem Siedepunkt. Man konnte keine Müdigkeit im Publikum ausmachen. Es wurde unentwegt geklatscht, gebangt und mitgesungen. Nach „Out of Control“ von Warlock hatte Johnny Dee seinen Auftritt. Er spielte sich in die Höhe und bestritt sein Schlagzeugsolo in bester KISS Manier von oben konnte. Von der erhöhten Position konnte er auf die Menschen im Saal runterschauen und anfeuern. Was im Grunde gar nicht nötig war. Wieder am Boden angekommen, begrüßte Doro eine handvoll Fans und Tom Angelripper auf der Bühne. Mit der Unterstützung des Fanchors und den Fans in der Halle wurde die Wacken Hymne „We are the Metalheads“ dargeboten. Es folgte die Zugabe vom Vortag; „Revenge“.

Der nächste Gast auf der Bühne war Hansi Kürsch. Den konnten wir bereits im Februar als Gast bei Iced Earth bewundern. Man könnte meinen er macht jetzt im hohen Alter nur noch kurze Cameos bei anderen Interpreten. Man kennt das von alten Schauspielern, die einmal durch’s Bild laufen. :-) Aber das neue Blind Guardian Album und damit die nächste reguläre Tour stehen für 2015 im Kalender. “Rock till Death“ funktionierte für mich an dem Abend am besten mit den zwei Stimmen. Die beiden sollten wirklich überlegen, ein gemeinsames Lied aufzunehmen. Natürlich durfte Udo Dirkschneider nicht fehlen, der zwei Lieder vortrug, bevor alle Gästesänger auch schon wieder das Ende mit „All we are“ einleiteten. Wobei “schon wieder” Auslegungssache ist, denn es waren schon drei Stunden seit den ersten Tönen vergangen, was man weder der Band noch dem Publikum anmerkte. Seltsamerweise hüpfte Blaze mit auf der Bühne, rum, obwohl er an diesem Abend gar nicht gesungen hatte, dafür fehlte Biff. Natürlich musste die Menge nicht lange um eine Zugabe bitten. Die Band kam freudestrahlend hinter Doro wieder raus und zusammen mit Andy Brings spielten sie „Ich will alles“. Eine ungewöhnliche, da rockige Nummer auf Deutsch. Aus dem Publikum wurde sich dann noch „Fight“ vom gleichnamigen Album gewünscht. Mit „Unholy Love“ sollte dann Schluß sein, aber die Rechnung wurde ohne die weitersingenden und gröhlenden Fans gemacht.

Obwohl die Hintergrundmusik schon wieder lief, ließen die Zugaberufe nicht nach und es betraten wieder alle die Bühne. Naja, bis auf Bas Maas, der kurzerhand Chris Caffery seine Gitarre in die Hand drückt und sich am Bühnenrand ein Bier genehmigte. „Metal Tango“, „Breaking the Law“, „Burn it up“ und „Herzblut“ beendeten dann tatsächlich den Abend. Als Nick zum Schluß Doro vorstellte, war die Resonanz so laut und überwältigend, dass selbst die Musiker auf der Bühne, überrascht waren, wie viel Energie nach dreieinhalb Stunden noch vorhanden war. Alle Anwesenden setzten den Rhein wahrlich in Flammen an dem Wochenende.

Doro rief noch in die Halle, wir würden uns beim 40-zigsten Jubiläum wiedersehen, sie käme auch. Ich bin mir sicher, die Fans aus Düsseldorf sind alle wieder mit dabei. Das ist ein Bund fürs Leben. Für immer.

Knippsing the Witches

Veröffentlicht unter Konzert, Musik | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

30 Jahre Doro

Ein klassischer Abend mit Blondine

Man meinte, das große Konzert zum 25jährigen Bühnenjubiläum von Doro sei gerade erst gestern gewesen, dabei sind seitdem wieder mehr als 5 Jahre ins Land gegangen. Die internationale Metal Queen Doro Pesch feierte nun den Höhepunkt ihrer Jubiläumstour mit zwei einmaligen Konzerten in ihrer Heimatstadt Düsseldorf. War das 25jährige noch eine Riesennummer im großen ISS Dome, hatte sich Doro dieses Mal eine etwas kleinere Location ausgesucht: Maximal 3000 Personen faßt die CCD Stadthalle im Messezentrum. Daher organisierten wir uns bereits im letzten Jahr das günstige Kombiticket für beide Shows, welches noch mit einmaligem T-Shirt kam. Auch ein Hotelzimmer in günstiger Lage buchten wir zeitig und somit stand einem Konzertwochenende nichts mehr im Wege.

In Ruhe traten wir die reibungslose Anreise an und bezogen unser gemütliches Hotelzimmer (das erste Mal mit Minibar!!). Gute zwei Stunden vor Einlaß fanden wir uns vor der Halle ein, wo sich bereits eine stattliche Menschentraube versammelt hatte. Trotzdem konnten wir einen Platz in der ersten Reihe, direkt vor dem Kamerakran ergattern. Mehrere Menschen mit Handkameras bezogen ebenfalls vor und auf der Bühne Position, um die Show für die Videoleinwände festzuhalten und es bleibt zu hoffen, dass an den beiden Abenden die Konzerte für eine DVD mitgeschnitten wurden.  Die Location wirkte sehr edel: Teppich und Rolltreppen im Foyer, Holzboden und verspiegelte Decken im Konzertraum. Zu edel für manche, die sich im Internet beschwerten, dies sei nicht der Rahmen für ein Metalkonzert. Ich persönlich fand die Halle sehr schön und dem festlichen Anlaß gerecht. Überhaupt sollte das, was auf der Bühne passiert, im Mittelpunkt stehen und das war mit Sicherheit kein Kaffeekonzert.

Angenehmerweise gab es an diesem Abend keine Vorband und Doro legte, nachdem um 20:15 Uhr der Vorhang fiel, direkt mit “Touch of Evil” los. Das Bühnenbild, was sich einem bot, war beindruckend: Das Orchester hatte auf zwei übereinanderliegenden Etagen platzgenommen, die Bühne an sich war mit Blumenranken und Totenköpfen geschmückt. Da der Blick auf die Protagonistin noch von geschätzten 37 Fotografen umringt war, ließen wir den Blick über die Bühne schweifen und entdeckten doch tatsächlich bekannte Gesichter auf der obersten Empore. Gudrun Edelkötter und Nonna Perferow, die auch mit Herrn Schleicher zusammen musizieren, waren tatsächlich Teil von Doros Orchester. Witzig, wie sich manchmal musikalische Kreise schließen. Wir scheinen nicht die Einzigen zu sein, die musikalische Blondinen bevorzugen. ;-)

Doro strotzte wie gewohnt voller Energie, war ständig in Bewegung und feuerte die Menge an, die sie erwartungsgemäß begeistert feierte. Aus aller Herren Länder waren Fans angereist und Doro ermunterte sie immer wieder, ihre Flaggen zu erheben (Frankreich, Schweden, Ukraine, Russland, Polen, sogar Brasilien und Japan waren vertreten). Ihre Ansagen waren dementsprechend ein wilder Mix aus Englisch und Deutsch und man merkte ihr deutlich an, dass sie sehr aufgeregt war. Manche Sätze gaben entweder keinen Sinn oder sie hörte mitten im Satz auf und generell wirkte sie etwas unbeholfen beim Sprechen. Wahrscheinlich sorgte die ungewohnte Situation mit dem Orchester im Rücken für Nervosität. Dafür überzeugte ihr Gesang umso mehr.

Natürlich ließen sich einige Gäste die Feierlichkeiten nicht entgehen und schon beim vierten Song stieß der erste hinzu: Blaze Bayley betrat, mit seinem Smartphone filmend, die Bühne und schmetterte gemeinsam mit Doro eine furiose Version von “Fear of the Dark”. Sympathisch wuselte er von einer Seite der Bühne zur anderen und gratulierte der Jubilarin anständig zu 30 Jahren Rock auf der Bühne.
Rockige Nummern wie “Rock Till Death” und “Night of the Warlock” wechselten sich ab mit ruhigen Stücken wie “Above the Ashes” oder “Beyond the trees”, die durch das Orchester veredelt wurden.  Weitere Gäste unterstützten Doro, u.a. Savatage- Gitarrist Chris Caffrey, der bei “Metal Tango” und “Für immer” in die Saiten griff. Doro suchte immer wieder den Kontakt zu ihren Fans, schritt die ersten Reihen für Shake-hands ab und ließ sich bei “Für immer” etwas ganz besonderes einfallen. Sie erklomm die Schultern eines Bergs von Mann mit blonden Locken und auf dessen Rücken konnte sie noch mehrere Hände erreichen und hatte bestimmt einen fantastischen Blick über die ganze Halle. ;-)

Der nächste Gast Udo Dirkschneider rockte die Menge mit einer mitreißenden Version von “Princess of the dawn”. Doro berichtete, wie groß der Einfluß von Accept damals für sie war und daß sie sich noch gut daran erinnern kann, die Band aus der ersten Reihe zu sehen. Ganz in diesem Geiste kam sie mal wieder zur ersten Reihe, setzte sich buchstäblich neben uns auf die Brüstung und verfolgte die ersten Minuten von Udos Auftritt von dort aus. Später gesellte sie sich wieder zu ihm und sang mit ihm gemeinsam die Ballade “Dancing with an Angel”.

Danach wurden die Monster losgelassen: Mr Lordi und Amen, aka “der Gitarrist von Lordi”, betraten die Bühne und schmetterten den Eurovisions Gewinnersong “Hard Rock Hallelujah”. Wir fanden es Weltspitze, allerdings verstummten die niederländischen “die hard” Doro Fans neben uns und schienen nicht viel damit anfangen zu können. Alleine das Bild vom riesigen Chefmonster neben der zierlichen Doro war das Eintrittsgeld wert und auch die Mumie schien viel Spaß zu haben und wirbelte über die Bühne. Beide sind große Doro Fans, was sich auch nach dieser Show nicht ändern wird, obwohl sich Doro offensichtlich Amens Namen nicht merken konnte. ;-)

Nach den Monstern wurden ausschließlich Kracher wie “Burn it up”, “Breaking the law” und “All we are” abgefeuert, bei letzterem stießen auch wieder alle Gäste dazu. Natürlich war Doro noch lange nicht fertig und brachte nach “Love me in Black” nochmal die Achtziger Jahre mit “True as steel” und “Metal Racer” zurück. Marc Storace, Shouter von Krokus, sang gemeinsam mit Frau Pesch eine gelungene Version von “Highway to Hell”, welches die Stimmung zum Siedepunkt brachte, selbst im Orchester wurde fleißig mitgewippt. Da die Fans Doro nicht von der Bühne ließen (und sie selbst schien auch nicht wirklich gehen zu wollen), gab es als letzte Zugabe noch “Revenge” vom letzten Album. Danach war jedoch, nach immerhin fast 3 Stunden,  endgültig Schluß. Glückliche Gesichter überall verließen die Stadthalle und auch wir machten uns recht schnell auf dem Weg zum Hotel, in froher Erwartung auf den morgigen Abend.
Fortsetzung folgt.

Raise your pics in the air

 

 

Veröffentlicht unter Konzert, Musik | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare

We like TuRock

Auf den Spuren der Feuerseele

Zum zweiten Mal innerhalb von 2 Wochen machten wir uns auf den Weg in die Ruhrpottmetropole Essen. Dieses Mal jedoch nicht in die Grugahalle, sondern eine Nummer kleiner: Erstmalig in unserer Konzertlaufbahn besuchten wir eine Veranstaltung im Turock. Unscheinbar und ohne große Beschilderung liegt die Halle inmitten einer Fußgängerzone, neben einer Bar mit Geisterbahndekoration, einer Sparkasse und gegenüber einer Kirche. Und das soll man dann auf Anhieb finden. Erschwerend hinzu kam die Tatsache, dass eine Stunde vor Einlaß noch keine Menschenseele sich auch nur ansatzweise in der Nähe der Eingangstür befand. Gerade für ein Metalkonzert an einem Samstag eine kuriose Tatsache. Völlig entspannt begann pünktlich um 19 Uhr der Einlaß und wir fanden uns ganz vorne vor der Bühne wieder.

Brainstorm, die fünf symphatischen Schwaben, hatten für insgesamt 4 besondere Shows eingeladen. Im Rahmen der Veröffentlichung des neuen Albums “Firesoul” präsentierten sie in vier Städten das komplette Album live (eine ähnliche Aktion wie Selig vor 2 Jahren). Da unser letztes Brainstormkonzert schon fast 6 Jahre zurücklag, mußten wir nicht lange überlegen und besorgten uns Karten für Essen.

Den Einstieg in den Abend bestritt die Kölner Band “Gun Barrel”, die schon einige Anhänger im Publikum zu haben schien und von Anfang an die Menge mitreißen konnte. Auf den ersten Blick wirkte die Band etwas zusammengewürfelt, das Zusammenspiel und Stageacting bewies jedoch, dass eine eingespielte Gruppe auf der Bühne stand. Leider ist mir jedoch kein Song wirklich im Ohr geblieben, was jedoch auch am Sound liegen kann, denn der war den gesamten Abend nicht wirklich gut. Nach 8 Stücken räumten Gun Barrell dann die Bühne für die Schweden von Bloodbound.
Der Platz vor der Bühne wurde bereits deutlich enger, unter anderem zeigten sich Grüppchen, die tatsächlich nur für Bloodbound gekommen waren und dementsprechend ihre Band abfeierten. Vom Stil her spielen die Schweden traditionellen Power Metal (bereits an Titeln wie “In The Name Of Metal” oder “Metalheads Unite” zu erkennen). Obwohl der Leadgesang in der ersten Reihe immer noch kaum zu hören war, wußten die Songs und der symphatische Sänger Patrick Johansson zu überzeugen und machten Lust, sich näher mit der Band zu beschäftigen.

In einer kurzen Umbaupause wurde die Bühne letztendlich für Brainstorm vorbereitet. In der ersten Reihe war es mittlerweile richtig kuschlig, alleine durch die geschätzten 37 Fotografen, die sich leider nicht in einem Fotograben bewegen konnten (keine Absperrung weit und breit) und sich, auf der Jagd nach dem besten Motiv, durch die Menge schieben mußten. Bei allem Verständnis dafür: Irgendwann nervte es einfach nur und manche waren definitiv nicht nur während der ersten drei Songs zugange.
Wo wir gerade bei Kameras sind: Dem aufmerksamen Beobachter fielen auch die verschiedenen Kameraleute auf, die vor, auf und hinter der Bühne die Geschehnisse in bewegten Bildern festhielten.

Schließlich erlosch das Saallicht und die mittlerweile richtig angeheizte, feierwütige Menge im Turock bereitete Andy B. Franck, Torsten Ihlenfeld, Milan Loncaric, Antonio Ieva und Dieter Bernert einen gebührenden Empfang. Zum Einstieg gab es drei Brainstorm Klassiker: „Highs Without Lows”, „Shiver” und „Worlds Are Coming Through”, die vom Mob komplett mitgesungen wurden. Im Anschluß daran verwies Andy auf das neue Album, welches erst am Vortag veröffentlicht wurde, und daß genau dieses nun komplett gespielt werden würde. Die 10 Stücke wurden nicht minder abgefeiert und die Stimmung, die von der ersten Sekunde an gut war, hielt sich durchweg. Alle Bandmitglieder gaben alles und waren bereits nach wenigen Songs komplett durchgeschwitzt, was Herr Franck durch das Auswringen seines Shirts eindrucksvoll bewies.

Zwischendurch erfolgten immer wieder Ansagen seitens Andy, der, ebenso wie der Rest der Band,  von den euphorischen Reaktionen des Publikums begeistert zu sein schien, jedenfalls bekamen alle das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Was vorher vermutet wurde, wird schließlich auch bestätigt: Die Kameras sind nicht umsonst anwesend, es wird eine DVD geben! Mit dieser wird in diesem Jahr außerdem das 25jährige Bandjubiläum gefeiert, was das Publikum direkt mit einem spontanen “Happy Birthday” quittierte.

Nachdem mit “And I wonder” der letzte Song des neuen Albums verklungen war, forderte die Menge selbstredend noch einige Zugaben ein. Besonders über “Shiva’s Tears” habe ich mich sehr gefreut, ist der Titel doch einer meiner all-time-favourites von Brainstorm.
Desweiteren hatten die Jungs noch “Temple Of Stone” und “Fire Walk With Me” im Gepäck, bevor “All Those Words” den Abschluß des Abends bildete. Dessen Melodie wurde aus hunderten Kehlen lauthals mitgesungen, auch noch, als die Band sich verbeugte und das Licht wieder anging.  Ein toller Konzertabend ging zu Ende und wir haben uns vorgenommen, zum nächsten Konzert der Schwaben nicht wieder 6 Jahre ins Land gehen zu lassen. Es gibt wohl nur wenige deutsche Bands, die es in Sachen Spielfreude, Sympathie, aber auch Härte gepaart mit tollen Melodien, mit Brainstorm aufnehmen können.

All those pics

Veröffentlicht unter Konzert, Musik | Verschlagwortet mit , , , | Schreibe einen Kommentar